DOSSIERS
© Daniel Hinterramskogler

Das syreta-Gründerduo Alexander Palnik und Christian Immitzer sorgt seit 2008 für reibungslose Abläufe am POS.

Redaktion 08.10.2021

„Online und Offline werden verschmelzen”

Die Frage ob offline oder online im stationären Einzelhandel sollte längst keine mehr sein, meinen syreta-Gründer Immitzer und Palnik.

Der Handel des 21. Jahrhunderts ist digital – auch am POS. Idealerweise profitieren Händler und Kunden dabei von den optimierten Prozessen. syreta liefert neben Know-how und der Technologie auch revolutionäre Konzepte, die eine echte Verbindung von stationären und digitalen Vertriebsformen möglich machen.

„Am Beginn von syreta vor 13 Jahren war alles Onlineshop”, sagen Christian Immitzer und Alexander Palnik. Als die beiden 2008 die syreta gmbh gegründet haben, verstand man unter Digitalisierung im Handel gemeinhin: Onlineshop. Seither haben sie mit einem Team aus erfahrenen Programmierern, Technikern und Vertriebsspezialisten Hunderte E-Commerce-Projekte für namhafte Kunden aus verschiedenen Branchen umgesetzt.

Reibungslos am POS

Von der Konzeption, über die Beratung zum Thema Omnichannel Retail, über die Integration digitaler Systeme bis hin zu Monitoring und Marketing sorgen die Experten von syreta heute für reibungslose Abläufe am POS. Und dieser muss in Zukunft digital sein, um Erfolg zu haben, ja um zu überleben, sind Palnik und Immitzer überzeugt. „Es wird weiterhin reine Onlinehändler geben, aber der stationäre Handel kann ohne digitale Präsenz nicht bestehen.” syreta konzentriert sich seit jeher auf die Bereiche E-Commerce und Retail Management und komplettierte 2021 mit der Gründung der syreta uni retail technology gmbh das Tätigkeitsfeld.

„Optimal funktionierende Omnichannel-Lösungen erfordern perfekt ineinandergreifende Systeme, wie die Verknüpfung von Kundendaten und warenwirtschaftlichen Informationen, sowie eine einfache, intuitive Bedienbarkeit durch die Nutzer – Stichwort Convenience. Die Zusammenarbeit mit ausgewählten Systempartnern, etwa für Spezial-Software und Bezahlsysteme, gewährleistet reibungslose, sichere Abläufe für die Händler und deren Kunden”, geben die beiden Geschäftsführer von syreta Einblick in ihr Verständnis davon, was Digitalisierung im Handel bedeutet.

Saubere Stammdaten

„Excel und Co. beherrschen leider nach wie vor den Retail. Aber Excel ist keine Datenbank”, stellen Palnik und Immitzer klar. Voraussetzung für die Digitalisierung im Retail und von Verkaufsflächen ist eine effiziente Datenerfassung. Die zunehmende Bedeutung von Daten, die systematische Analyse der Prozesse und das veränderte Konsumverhalten haben differenzierte Zugänge zur Digitalisierung hervorgebracht. Genau hier setzen die Experten von syreta an, genau zu diesem Zweck wurde auch die Tochter syreta uni retail technology gmbh gegründet. „Digitalisieren kann man nur gesamtheitlich”, betont Immitzer und nennt einige Puzzleteile: „Produktdaten, Werbedaten, Warenströme, Kundendaten, Prozesse, Storedaten, Payment, Flächeninformationen usw.” Digitalisierung im Einzelhandel bedeutet, auf Basis dieser komplexen Datenlandschaft neue Konzepte zu entwickeln. „Letztlich geht es uns immer um Prozessoptimierung”, so Immitzer.

Am Anfang stehe jedoch nicht die IT, sondern das Maßband, ergänzt Palnik: „Jemand muss das Geschäft verstehen. Die Abläufe, die Prozesse in der Bestellung, der Logistik. Und auch im Geschäft die Ladenmöbel, Schaufenster, etc. abmessen und erfassen. Erst dann können Prozesse automatisiert und auch die neuen Werbematerialien in den Stores plakatiert und montiert werden. Es ist wichtig, zu verstehen, dass auch der E-Commerce-Kaufmann in erster Linie den Einzelhandel, das Kaufmännische und die Logistik dahinter beherrschen muss. Erst dann kommt die Technologie, und Prozesse können automatisiert, sprich digitalisiert, werden.”

Kunden nutzen alle Kanäle

Die Verschmelzung von stationärem und Online-Handel fordert den Einzelhandel auf vielen Ebenen und braucht von den Betreibern ein neues Verständnis. „Einmal bestellen die Kunden im Onlineshop, weil sie genau wissen, was sie wollen. Ein anderes Mal gehen sie ins Geschäft, weil sie Beratung brauchen”, erklärt Immitzer die smarten Shopper von heute. Für ihn ist klar: Die Digitalisierung im Retail ist keine Frage von entweder-oder. „Wir müssen kanalübergreifend denken, omnichannel eben, und nicht zwischen Kanälen unterscheiden. Hier trennen die Kunden nicht mehr bewusst”, so Palnik.

Die dynamischen Konsumenten sind es längst gewohnt, sich auf ihrer Customer Journey in verschiedenen Channels zu bewegen und auch beim stationären Einkauf das Smartphone parat zu haben. Und dieses neue Verhalten erfordere ein neues Denken; Palnik spricht daher auch nicht von einzelnen Digitalisierungsschritten im Retail oder am POS, sondern von einer Revolution im Einzelhandel, die zu einer tatsächlichen Verschmelzung von Online und Offline führe.

365 Tage autonom einkaufen

Bei syreta sind neue Konzepte im stationären Handel keine Zukunftsmusik, sondern marktreif. Eine Realisierung des autonomen Stores von syreta erfolgte im Lebensmitteleinzelhandel mit der UNIBox von Unimarkt.

Dominik Leitner, Co-Geschäftsführer der neuen syreta-Tochter uni retail technology gmbh, hat an der Umsetzung der neuen Vertriebsschiene von Unimarkt maßgeblich mitgewirkt: „Das Kleinstflächen-SB-Konzept bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten – als freistehende Box oder in bestehenden Räumlichkeiten, ohne weitere Grünflächen zu verbauen. Gemeinden haben großes Interesse daran, die Nahversorgung aufrechtzuerhalten und Leerstände zu vermeiden. Ideale Kombinationen bieten sich mit Tankstellen und Bahnhöfen an, aber auch in Foyers oder in leerstehenden Flächen in öffentlichen Gebäuden.” Das Konzept ist ausgereift, es lässt sich auf praktisch jeden Standort übertragen und bei Bedarf auch an einen anderen Ort versetzen.
Wesentlich ist dabei für syreta die voll integrierte Ausstattung mit digitalen Systemen: „Es reicht natürlich nicht, einen Container hinzustellen und gelegentlich Waren nachzuschlichten. Wir haben alle organisatorischen und logistischen Prozesse genauestens durchdacht und digital abgebildet – vom Ladenbau, über Warenfluss und Bezahlsysteme bis zur laufenden Kontrolle und Sicherung von Kühlsystemen oder auch des Zugangs. Alle Hardware- und Software-Komponenten sind aufeinander abgestimmt und werden von uns gemanagt”, so Immitzer.
Wichtige Bausteine des ­syreta Retail Hub sind das vollautomatisierte Zutrittssystem, die digitale Preisauszeichnung und das Kassen-Terminal. Mit der Operator App steuert der Händler Warenwirtschaft, Temperaturen, Beleuchtung, etc. am POS, während die Consumer App dem Kunden als Türöffner, Scanner und Payment-Tool dient. Die Technologie biete den Betreibern und Mitarbeitern, den Konsumenten und der Gemeinschaft einen Mehrwert. Die Integration etwa von Artikeln regionaler Lieferanten wird für den Händler kinderleicht.

Regional bis global

Auch abseits des Lebensmittelhandels eröffnet die Digitalisierung von stationären Flächen mit autonomen Stores interessante Chancen. Palnik nennt ein Beispiel zur Revitalisierung von saisonbetriebenen Flächen: „Ein Skiverleih könnte seinen Shop bei der Seilbahn über den Sommer als digitale Box betreiben. Hier kann er Wanderstöcke oder Fahrrad-Zubehör anbieten und so auch außerhalb der Saison ohne Personal Umsatz generieren.” Das Konzept der kontaktlosen Retail-Box lässt sich also problemlos auf andere Handelsbranchen übertragen – auch eine Expansion ins benachbarte Ausland ist in Planung.

Lars Otto präsentiert als International Sales Manager für syreta aktuell eine White-Label-Version der autonomen Stores im D-A-CH-Raum, die branchenübergreifend den Betreibern von Flächen eine autonome Bewirtschaftung ermöglicht. „Die strategische Entscheidung von syreta, mit den autonomen Stores den Schritt in den D-A-CH-Raum zu machen, ist ein starkes Signal an den Retail. Damit bringen wir die Digitalisierung stationärer Flächen einen wichtigen nächsten Schritt voran”, sieht Otto große Chancen für die autonomen Stores.

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