FINANCENET
24.04.2015

Deutsche Bank sucht die Postbank-Lösung

Kein Käufer in Sicht Börsegang oder Verschenken an die eigenen Aktionäre laut Investmentbankern möglich

Frankfurt. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank muss sich am Freitag auf ein Pfeifkonzert einstellen. Just während das Gremium über die künftige Strategie des Branchenprimus berät, will die Gewerkschaft ver.di vor den Doppeltürmen der Bank in Frankfurt für eine sichere Zukunft der 18.000 Mitarbeiter der zum Konzern gehörenden Postbank demonstrieren.

Nach sieben Jahren

Alles deutet darauf hin, dass die Deutsche Bank sich sieben Jahre nach dem einst gefeierten Einstieg wieder von der Postbank trennen wird. Einem potenziellen neuen Eigentümer will die größte deutsche Bank deshalb keine Steine in den Weg legen und verweigert bis dato eine Garantie für die Arbeitsplätze. Doch wer künftig in Bonn statt der Deutschen Bank das Sagen haben wird, steht in den Sternen. Am Ende muss die Deutsche Bank die Postbank womöglich an die eigenen Aktionäre verschenken. „Man hätte sie nie kaufen dürfen”, sagt Analyst Dirk Becker von Kepler Cheuvreux. Die mit dem Erwerb verknüpften Hoffnungen hätten sich nie erfüllt. Investmentbanker wagen nicht einmal die „üblichen Verdächtigen” Santander und BNP Paribas als Interessenten zu nennen. Andere winken ab, weil ihnen die Postbank nicht ins Konzept passt. Mangels Käufern gilt ein Börsengang für die Postbank als Möglichkeit.(APA/Reuters)

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