HEALTH ECONOMY
© APA/Georg Hochmuth

SPÖ-Parteichefin Rendi-Wagner (m.) und Gesundheitsexperten drängen auf eine höhere Corona-Durchimpfungsrate.

Redaktion 05.11.2021

Impfquote ist mager

Österreich hinkt in Sachen Durchimpfung hinterher. Manche ­Bezirke liegen unter 60%. Das bremst auch die Wirtschaft.

••• Von Martin Rümmele

WIEN/EISENSTADT. Die Impf-Lotterie im Burgenland wird ausgespielt – das Ziel von 10.000 zusätzlichen Erststichen bis zum Landesfeiertag am 11. November ist am Mittwoch erreicht worden. Das Burgenland weist mit einer Impfquote von rund 81% der impfbaren Bevölkerung und rund 73% der Gesamtbevölkerung die höchste Durchimpfungsrate – und damit letztlich auch die niedrigste Infektionsinzidenz unter allen Bundesländern auf.

„Kraftakt” gefordert

Das ist die positive Nachricht. Die andere Seite ist, dass Österreich europaweit in Sachen Impfquote deutlich hinterherhinkt. Erst etwas mehr als 64% der Gesamtbevölkerung sind in Österreich vollständig gegen Covid-19 immunisiert. In 25 Bezirken liegt die Impfquote aber noch immer unter 60%. Zum Vergleich: Länder wie Malta, Italien Portugal und Spanien verzeichnen Impfquoten von über 80%.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat deshalb gemeinsam mit Gesundheitsexperten am Samstag vor den Folgen gewarnt. In einem „nationalen Kraftakt” und mithilfe einer „Impfwoche” gelte es, die Impfrate auf über 80% zu steigern, um, wie das Beispiel Dänemark zeige, weitgehend auf Restriktionen verzichten zu können. Zeitpunkt, Dauer und konkrete Maßnahmen der Aktion wurden nicht genannt. „Das Bild des letzten Winters wiederholt sich”, sagte Rendi-Wagner, „weil wir es im Sommer und Herbst nicht geschafft haben eine 80-prozentige Durchimpfung zu erreichen.”
Die bisherige Impfkampagne der Regierung stieß zwar an ihre Grenzen, Studien zeigten aber, dass es durchaus möglich wäre, 15 bis 17% an „Zögerlichen” zu erreichen, würde man Interessierte besser aufklären und niederschwellige Impfmöglichkeiten anbieten, meinte die Ärztin.
Das Nationale Impfgremium (NIG) hat am Dienstag zudem die dritte Corona-Impfung sechs Monate nach dem Zweitstich für alle Menschen über 18 empfohlen. Auch die Ärztekammer rät dazu: „Jetzt kann jede Impfung entscheidend sein.” Das NIG habe festgestellt, „dass der Impfschutz nach sechs Monaten merklich nachlässt”, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

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