HEALTH ECONOMY
© Takeda

Redaktion 27.03.2020

Therapie aus Wien

Ein Medikament gegen Covid-19 könnte aus den Wiener Entwicklungszentren des Pharmakonzerns Takeda kommen.

WIEN/ORTH. Etwa fünf Mio. der weltweit 60 Mio. l gespendetes Plasma werden in Fraktionierungsanlagen des Pharmaunternehmens Takeda in Österreich zu Arzneimitteln verarbeitet. Allein der weltweite Bedarf an Immunglobulinen (IgG) ist von 47,4 t im Jahr 2000 auf 197 t im Jahr 2018 gestiegen. Nun sollen gegen Covid-19 Hyperimmunglobulin-Präparate entwickelt werden mit konzentriertem Inhalt von Antikörpern, die aus Plasma von Patienten stammen, welche die Covid-19-Erkrankung überstanden haben; früher hieß dieses Prinzip „Passivimpfung”.

Blutplasma mit Antikörpern

„Wir sind der führende Anbieter von aus Spenderplasma gewonnen Therapien. Wir haben seit 15 Jahren eine Plattform mit zugelassenen polyklonalen Antikörperpräparaten”, sagt Thomas Kreil, Virologe und beim aus Japan stammenden Pharmakonzern Takeda weltweit für die Sicherheit bezüglich Viren und anderer Pathogene zuständig. Das Prinzip: Der Mensch übersteht eine Infektionskrankheit vor allem dadurch, dass bald nach Ansteckung mit Viren oder Bakterien eine Immunantwort in Gang kommt. Sie wird durch Antikörper vermittelt. Wieder Genesene tragen dann diese Antikörper im Blutplasma und sind so mehr oder weniger anhaltend vor weiteren Infektionen geschützt.

Plasma von Geheilten

Bei Takeda soll das so ablaufen: „Wir wollen Covid-19-Patienten, welche die Infektion vollständig überstanden haben und gesundet sind, bitten, Plasma zu spenden. Aus diesem Plasma werden dann die Antikörper durch Fraktionierung konzentriert und haltbar gemacht”, sagt Kreil. Noch nicht bekannt ist, wie viel an Antikörpern man aus dem Plasma von ehemaligen Covid-19-Patienten gewinnen kann und wie viel man für die Therapie benötigt. (APA/red)

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