MARKETING & MEDIA
© APA/AFP/Adrian Dennis

Veränderungen bergen Chancen: Was das Coronavirus mit der Online-Werbebranche macht, ist auch eine Frage der Perspektive.

Redaktion 20.03.2020

Chancen trotz Krise

Covid-19 verändert das Werbeumfeld Internet. Gründe, dort nicht mehr zu werben, gibt es aber trotz Krise keine.

WIEN. Das Coronavirus hat gewaltige Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche unseres Lebens – und damit auch auf die Werbebranche. Vor allem die hochreaktive Onlinewerbung hat sich in den letzten Tagen auf die jüngsten Entwicklungen eingestellt und wird sich auch in den kommenden Wochen noch an die neuen Gegebenheiten anpassen. Wie sich die Onlinewerbung durch Covid-19 verändert und was Unternehmen dabei beachten sollten, hat medianet bei der Full-Service-Digitalagentur e-dialog nachgefragt.

Die derzeit herrschenden Ausgangsbeschränkungen, Quarantäneverordnungen und schlichtweg die Furcht der Menschen, sich etwa bei einem Supermarktbesuch mit Covid-19 anzustecken, habe den Online-Shops für Produkte des täglichen Bedarfs einen starken Nachfrageanstieg beschert. Jene, die trotz Einschränkungen noch die Möglichkeit haben, ihre Produkte zu liefern – also etwa der Lebensmittel-Onlinehandel –, würden momentan auch verstärkt dafür werben, heißt es seitens e-dialog.

Das Interesse bleibt konstant

Auf Social Media sei dieses Phänomen noch eindeutiger zu beobachten, erklärt Carina Gindl, Senior Consultant SEA & Performance Marketing: Händler, die über keine Online-Vertriebskanäle verfügen, würden sich aktuell aus dem Social Advertising zurückziehen. Es fällt auf, dass die User sich aber dennoch weiterhin für den Content dieser Unternehmen interessieren: Reichweiten und Klickraten sind über die letzten Tage hinweg annähernd konstant geblieben.

Die aktuelle Lage rund um Covid-19 und die damit verbundene neue Lebenssituation der Menschen, die sich nun nahezu ausschließlich zuhause abspielt, spiegelt sich auch im Suchverhalten der Österreicher wider. Die Beobachtungen von e-dialog zeigen: Da viele Personen nun von zuhause aus arbeiten, wird besonders häufig nach Ausstattung und Dekoration für das Homeoffice gesucht. Ebenfalls gerne gesucht werden dieser Tage Online-Education-Kurse, Nachrichten, Home-Entertainment, Apotheken und medizinische Onlineshops, Lebensmittel sowie Babynahrung.

Augenmerk auf Branding

Die Interessensverschiebungen der Nutzer sind des einen Freud, des anderen Leid. In Branchen, die besonders von den Auswirkungen des Virus betroffen sind – etwa die Tourismus- oder die Kulturbranche –, wurden Mediabudgets bereits verschoben oder es wird pausiert.

„Es gibt natürlich Branchen, die es zurzeit schwerer haben. Davon abraten, zu werben, muss man aber dennoch niemandem”, sagt Lisa Weichselbaum, Head of Programmatic bei e-dialog. Unternehmen, die nicht in den aktuell stark nachgefragten Branchen tätig sind, rät sie, sich in ihren Werbebotschaften auf Branding zu spezialisieren, um im Gedächtnis der Kunden präsent zu bleiben und so für die Zeit nach der Krise gut aufgestellt zu sein.

Sensibler Umgang mit Corona

In Krisenzeiten dient das Internet mit Livetickern und Ähnlichem zwar der Information der Menschen, aber auch ihrer Unterhaltung. Die besten Rezepte für Nudeln mit Klopapier, Klopapier-Workouts, Quentin-Tarantino-Memes – die Liste an mehr oder minder humorvollem Content ließe sich endlos fortführen und birgt mit Sicherheit gewisses Potenzial für die Werbebranche. Wer das Thema Covid-19 in seinem Werbeauftritt aufgreifen möchte, sollte dies jedoch mit Vorsicht tun, rät e-dialog-Geschäftsführer Paul Stuefer: „Es ist wichtig, sensibel mit der Thematik umzugehen und sich gut zu überlegen, wie die Botschaft formuliert wird. Denn bei sehr emotionalen Themen wie diesem gehen gerade ‚lustige' Kampagnen gern nach hinten los.”

Wer sich Sorgen um seine Brand Safety macht und Sujets lieber gänzlich aus der Corona-Thematik heraushalten möchte, kann sich mit der Negative-Keywordliste von e-dialog helfen:
e-dialog.at/covid (ls)

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL