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Redaktion 23.04.2021

Eine Pandemie rückt den Journalismus in den Fokus

Corona legte es offen: Quer durch alle Mediengattungen werden verlässliche Quellen immer wichtiger.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Im Jänner dieses Jahres präsentierte Focus die Jahres-Werbebilanz für das annus horribilis 2020. Für manche aus der eigenen Branche eventuell durchaus überraschend, sieht das ausgewiesene Minus von 4,5% over all im Vergleich zum Vorjahr weniger dramatisch aus als angenommen.

Doch wirft man einen genaueren Blick auf die einzelnen Gattungen, so sind die Einbrüche dann aber doch dramatischer, als es die Gesamtbilanz vermuten lässt. So büßte Print brutto 8,2% ein, Außenwerbung 14,3% und Kino aus nachvollziehbaren Gründen gut 78%.
Doch es gibt auch Sieger: Neben Online mit 7,6% zählt Radio mit satten 9,1% Zuwachs bei den Werbespendings zu den Gewinnern in 2020. Und auch wenn es die Focus-Zahlen auf den ersten Blick nicht vermuten lassen (auch, weil sie einen Überblick über alle Marktteilnehmer aus dem Sektor TV als Gesamtbild wiedergeben): Beim Zuspruch des Publikums und damit auch bei der werbetreibenden Wirtschaft war 2020 auch für die Gattung Fernsehen oder zumindest für gewisse Player am Markt ein Jahr, welches man zu Beginn des Lockdowns im März 2020 an dessen Ende so nicht vermutet hätte.

Interesse an Info steigt

Doch das Interesse an den klassischen traditionsreichen und ‚gelernten' Medien lässt sich auch recht leicht erklären: In Krisenzeiten vertrauen die Menschen eben auf – wie es der Begriff schon vermuten lässt – vertrauenswürdige Quellen. Und da gehören etwa klassische TV-Nachrichten genau so dazu, wie Informationen, geliefert via Hörfunk oder auch über die klassische Presse.

Und wenn die Menschen in schwierigen Zeiten unterhalten werden wollten, dann wollten sie nicht minder auch über die aktuelle Lage informiert werden.
Vor allen auf die Frage, welche Medien genutzt wurden, um sich über das Coronavirus und die Entwicklung in Zusammenhang mit dieser Erkrankung zu informieren, gibt etwa die Havas Village-Studie „Meaningful Brands, Meaningful Media – und die Auswirkungen der Coronakrise” eine eindeutige Antwort: Satte 88% der Befragten tun dies via TV, noch immer gute 56% via Radio und 54% via Zeitungen. Und auch wenn man es eher nicht vermuten würde: Gleichauf mit Social Media mit 41% suchten ebenfalls 41% der befragten Personen Informationen zu Corona auf Webseiten öffentlicher Institutionen. Auch interessant: Die Kategorie „On­line Nachrichten” verwenden 27%, und am Ende platzieren sich mit 17% der gute alte Teletext, mit 5% Magazine und mit 4% immerhin noch spezielle Hotline.
Doch die Studie zeigt auch, dass nicht-klassische Medienkanäle ebenfalls relevant sind, sie erfüllen eben nur eine andere Rolle. Die Zahlen der Studie belegen, dass etwa Online-Medien das Bedürfnis der Menschen nach Unterhaltung am besten erfüllen und damit ebenfalls in einer so schwierigen Zeit, wie es das Jahr 2020 für viele Menschen war, eine wichtige Funktion übernehmen. Hier standen etwa Gaming-Dienste, aber auch Musik-Streaming-Angebote ganz vorn, genau so wie ­Influenzer mit ihren Inhalten oder auch General Interest-Magazine.

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