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Redaktion 09.09.2022

Explodierende Energiekosten

Österreichs Unternehmen stöhnen unter der Last steigender Kosten für Strom und Gas. Ein Rundruf.

••• Von Alexander Haide

WIEN. Es vergeht kein Tag, an dem sich die Kosten für Energie nicht dramatisch verändern. Meist steigt der Preis. Schon jetzt warnen Experten, dass viele Unternehmen die explodierenden Energiepreise nicht mehr stemmen können. Doch was sagen die Betroffenen selbst?

„Kurzfristig reduzieren”

„Ein Team unter der Leitung unserer Umweltbeauftragten erarbeitet derzeit Maßnahmen, um kurzfristig in den nächsten Wochen unseren Energieverbrauch weiter zu reduzieren”, sagt Manfred Sust, Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria. „Das inkludiert energieeffizienteren Umgang mit Klimaanlagen und Beleuchtungssystemen oder niedrigere Temperaturen in den Büros während der Heizsaison.”

Dazu komme: „Wir erstellen ein Konzept für eine organisierte Zusammenlegung von Büros beziehungsweise die bessere Nutzung von Büroräumlichkeiten. Darüber hinaus arbeiten wir an einer weiteren Optimierung der Auslastung unserer Test-systeme.”
Das Bewusstsein der Mitarbeitenden für energiesparendes Verhalten soll durch gezielte Information gestärkt werden. Mittelfristige Projekte, so Sust, betreffen die Fortführung der Umstellung auf LED-Beleuchtung, „die Installation einer Photovoltaikanlage auf einem unserer Gebäude in Wien und die Nutzung von Abwärme unserer bestehenden Kälteanlage zur Reduktion des Gasverbrauchs”.

„Es wird schwieriger”

„Schlimmer als die Vervielfachung des Gas- und Strompreises betrifft uns der damit zusammenhängende Sinkflug des Euros”, betont David M. Hopf, Geschäftsführer Immotech Aus­tria Gruppe. „Für die Ausstattung unserer Drohnen sind wir häufig auf Hardware-Importe aus dem Nicht-EU-Raum angewiesen.” Der Fall des Euro verteuere die benötigten Sensoren und Bauteile für die Spezial- und Forschungsprojekte von Immotech „spürbar”. Hopf: „So wird es auch für uns schwieriger, kostendeckend zu arbeiten. Aber wir bleiben optimistisch und vertrauen auf unsere Innovationsfähigkeit und unsere Erfahrung. Drohnen sind die Zukunft und werden die Industrie von morgen maßgeblich mitgestalten.”

„Flexible Mobile Office-Policy”

Im Sanofi-Konzern wird derzeit weltweit geprüft, welche Maßnahmen im jeweiligen Land getätigt werden müssten, um Einsparungen zu generieren, heißt es seitens Sanofi Österreich.

Sanofi – der Hauptsitz des Konzerns ist in Paris – hat vergangenen Dezember neue Büroräumlichkeiten am Wienerberg in Wien bezogen und damit „den nächsten Schritt im Zuge der flexiblen Mobile Office Policy getätigt”. Die Energieversorgung an diesem neuen Standort sei an das zentrale System gekoppelt und wird vom Gebäudemanagement des myHive, des markanten Bürogebäudes am Wienerberg, gesteuert.

Im Rahmen des Möglichen trügen die Mitarbeiter von Sanofi dazu bei, Energie zu sparen: „Beispielsweise wird vor Ort darauf geachtet, sämtliche elektronische Geräte und vor allem auch die Beleuchtung bei Nichtbenutzung abzuschalten.”

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