MARKETING & MEDIA
© schauTV

„Wir hatten bewusst kein Drehbuch für die Produktion”, erzählt Matthias Hranyai. Man wollte das Live-Erlebnis für sich stehen lassen. Für den schauTV-Geschäftsleiter machte der Spannungsbogen mit Naturbildern das Projekt einzigartig.

Redaktion 29.10.2021

Live am Dach Österreichs

Matthias Hranyai, Geschäftsführer von schauTV, über das mehrtägige TV-Projekt „Großglockner live”, intensive Vorbereitungen und zukünftige Live-Vorhaben.

WIEN / HOHE TAUERN. Wenn eine 50-köpfige Truppe, ausgerüstet mit etlichen Kameras, Tausenden Metern Stromkabeln und eigenen Sendeantennen in die Hohen Tauern ausrückt, dann ist das sicherlich vieles, aber nicht gewöhnlich.

Kurze Vorbereitung

Mitte September dieses Jahres wagten schauTV und krone.tv gemeinsam mit Musiker Andreas Gabalier eine Live-Expedition auf den Großglockner, das Dach Österreichs.

Wie es zur ersten Live-Besteigung eines 3.000ers kam, wie die Vorbereitung dafür abliefen und was vom TV-Projekt bleibt, erzählt schauTV-Geschäftsleiter Matthias Hranyai in medianet.
Entstanden ist die Idee für „Großglockner live” bei schauTV, mit den Kollegen der Krone entwickelte man das Projekt dann weiter. In lediglich acht Wochen stellte man die Produktion auf die Beine – kein allzu langes Vorbereitungsfenster, wie Hran­yai erklärt: „Uns war klar, dass das sehr kurzfristig ist und wir intensive Vorbereitungen treffen müssen.” Zwar wären mehrere Monate Vorbereitungszeit angenehmer gewesen, schmunzelt Hranyai, dennoch: „Am Ende des Tages hat alles sehr gut funktioniert.”

Eine Teamleistung

Rund 15 Stunden TV-Live-Programm und ein Live-Konzert wurden produziert, die Inhalte in Print und digital sowie grundsätzlich über alle Kanäle der Medienhäuser ausgespielt. Zwölf Kameras und eine Drohne lieferten drei Tage lang Bilder des Aufstiegs, für die Produktion wurden eigens Antennen aufgebaut. „In das Projekt flossen viele Hirnzellen und Schweiß”, blickt der schauTV-Geschäftsleiter zurück. Es galt, herausfordernde Produktionsumstände und zahlreiche organisatorische Hürden zu bewältigen – gerade für kleinere heimische Privatsender ist das ein enormer Kraftakt. „Die Rahmenbedingungen vor Ort waren im Hinblick auf die Produktion sehr erschwerend und haben uns auch vor besondere Herausforderungen gestellt”, gibt Hranyai Einblick. Beispielsweise musste der Dreh kurzerhand einen Tag nach vorne verlegt werden, um winterlichen Bedingungen zu entgehen.

Bundesheer mit dabei

Zusätzlich setzte man sich den Anspruch, die Produktion so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Flächenflugzeuge, die drei Tage lang Signale senden und empfangen, dabei aber Hunderte Kilo CO2 ausstoßen, waren also keine Option. Daher entschied man sich, etliche Sendeantennen eigenhändig aufzustellen.

Bei der Umsetzung waren neben den beiden TV-Sendern unter anderem auch das österreichische Bundesheer und der Nationalpark Hohe Tauern beteiligt. Zahlreiche interne und externe Stellen arbeiteten über mehrere Tage intensiv an der Umsetzung des Projekts. „Überall wo Menschen arbeiten, menschelt es am Ende des Tages. Natürlich hat es Diskussionen gegeben, aber auch viel Freude”, erzählt Matthias Hranyai. Mitgenommen hätte man daraus wichtige Learnings für künftige gemeinsame Projekte, aber auch für das Daily Business.

Gewaltige Bildsprache

Nun, gut ein Monat nach Dreh­ende, sind Hranyai vor allem zwei Dinge in der Erinnerung präsent: „Einerseits die gewaltige Bildsprache und andererseits die Spontanität aller Beteiligten, die trotz sich schnell ändernder Rahmenbedingungen rasch neue Lösungen gefunden haben.”

Und was ist vom TV-Erlebnis geblieben? Über 250.000 Menschen verfolgten am Fernseher den Event auf schauTV, Hunderttausende digital.
Aktuell werden die Aufnahmen für eine Dokumentation neu aufgearbeitet und sollen bald lizensiert werden. Dabei soll es vorrangig um die Besteigung selbst und weniger um Gabalier als prominentes Aushängeschild gehen.
Zudem gab die Expedition Einblick in neue Themenbereiche, „die in anderen Produktionen Inhalt unserer Sender werden”. Beispielhaft nennt Hranyai etwa das Schmelzen der Gletscher, nachhaltigen Tourismus, aber auch den Bergsport an sich.
Außerdem arbeitet man bereits an neuen Spezialprojekten für das Frühjahr. „Es wird eine ähnlich gelagerte, aber nicht in den Bergen beheimatete, mehrtägige Liveproduktion Ende April oder Anfang Mai geben”, verrät Hranyai. Die Rahmenbedingungen würden aber keinesfalls leichter, so der schauTV-Geschäftsleiter. Drehort bleibt auch für diese Produktion Österreich. Dem Ansatz, nicht „more of the same” produzieren zu wollen, wird man demnach auch bei zukünftigen Projekten treu bleiben.
Wenngleich das „Dach Österreichs” demnächst nicht mehr Schauplatz von Live-Events auf schauTV ist, so wird der Großglockner ein Produktionsmitglied bald wieder haben: Bei Matthias Hranyai hat die Produktion nämlich „persönlich die Lust auf den Großglockner geweckt”. (ap)

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL