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© RTR/Natascha Unkart

Redaktion 17.03.2023

Mittel für digitalen Aus- und Aufbau sind begehrt

Die Fördermittel des Fonds zur digitalen Transformation sind auch bei zweiter Vergabe ausgeschöpft. Nächstes Antragsfenster öffnet im Mai dieses Jahres.

Mit insgesamt 115 geförderten Projekten und einem Fördervolumen von rund 20 Mio. € schließt der Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien) die Vergabe von Mitteln aus dem „Fonds zur Förderung der Digitalen Transformation” für das Jahr 2023 ab.

Eine „Mammutaufgabe”

„Es ist ein hervorragendes Zeichen, dass Österreichs Medienhäuser journalistischer Herkunft auch heuer die für ihre digitale Transformation zur Verfügung stehenden Fördermittel wieder vollständig ausschöpfen”, stellt Wolfgang Struber, Geschäftsführer der RTR Medien, fest.

„Allen ist bewusst, dass Superman nicht kommen wird, um unsere heimischen Medien aus dem Wettbewerb mit den global agierenden Giganten herauszuboxen”, so Struber. „Unser Markt muss Innovation und Transformation selbst in die Hand nehmen, zeitgemäße Technologien nutzen und Angebote schnüren, die dem sich ändernden Mediennutzungsverhalten Rechnung tragen. Als zuständige Förderstelle können wir sagen, dass Österreichs Medienunternehmen diese Mammutaufgabe mit ungebremster Tatkraft anpacken.”
Der im Jahr 2022 gesetzlich bei der RTR Medien eingerichtete „Fonds zur Förderung der Digitalen Transformation” stellt dem österreichischen Medienmarkt staatliche Mittel zur Förderung des Auf- und Ausbaus des digitalen Angebots und damit zum Erhalt der heimischen Medien- und Meinungsvielfalt zur Verfügung.
Daraus werden Projekte privater Medienunternehmen unterstützt, die ihre Angebote auf das österreichische Publikum ausrichten und in den Bereichen „Digitale Transformation”, „Digital-Journalismus” oder „Jugendschutz und Barrierefreiheit” Innovationen umsetzen oder eine „Anreizförderung” zur Entwicklung von Projekten in Anspruch nehmen wollen.

Digitalsteuer als Indikator

„Die Einnahmen des Staats aus der Digitalsteuer lassen den Schluss zu, dass allein im Jahr 2022 rund zwei Milliarden Euro Werbegelder aus Österreich an internationale Medienunternehmen mit Hauptsitz jenseits des Atlantiks geflossen sind”, sagt Wolfgang Struber. „Bei gleichzeitig explodierender Teuerungsrate, vergleichsweise geringeren Einnahmen des Staats aus der Werbeabgabe sowie steigenden Energie- und Rohstoffpreisen können die Medienschaffenden hierzulande den erforderlichen Innovations- und Transformationsprozess nicht allein aus eigener finanzieller Kraft schultern. Deshalb müssen wir unsere heimische Medien- und Meinungsvielfalt als wesentliches Standbein unserer Demokratie schützen und für die Zukunft rüsten”, so Struber.

Nachfrage übersteigt Angebot

Mehr als 200 Projekte wurden für das Förderjahr 2023 eingereicht. 32 Projekte erfüllten die Förderkriterien nicht, zwei wurden zurückgezogen, 84 Projekte mussten aufgrund ausgeschöpfter Budgetmittel abgelehnt werden und insgesamt 115 Anträge konnten nach genauer Prüfung bewilligt werden.

„233 Projekt-Einreichungen für das Jahr 2023 bedeuten ein um nur rund 15 Prozent verringertes Antragsvolumen gegenüber dem Einreichungstermin 2022 bei einem gleichzeitig um rund 60 Prozent geringeren Förderbudget gegenüber dem Vorjahr”, erläutert Wolfgang Struber die Relationen der zwei bisherigen Einreichtermine. „Viele der Unternehmen und Unternehmensverbünde, unter deren Dach oft verschiedene Medienprodukte entstehen, haben mehrere Projekte eingereicht. Nach Abzug der Projekte, die nicht den Förderrichtlinien entsprechen, haben wir die vorhandenen Mittel für jene Einreichungen bereitgestellt, die den Förderzielen am besten entsprechen und dabei beachtet, dass die Förderentscheidungen bestmöglich die Medien- und Meinungspluralität der österreichischen Medienhäuser abbilden”, beschreibt Struber den Entscheidungsprozess.

422.000 Euro für Jugendschutz

Die mit der zweiten Vergabe aus dem Transformationsfonds geförderten Medienunternehmen und die Fördersummen sind unter https://www.rtr.at/FDT-Entscheidungen veröffentlicht.

Dabei fließen in Summe knapp 12 Mio. € in Projekte zur Digitalen Transformation, und gut 6,5 Mio. € werden als Anreizförderung für die Entwicklung von Projekten eingesetzt. 740.000 € fließen in die Aus- und Fortbildung im Bereich Digital-Journalismus und knapp 422.000 € gehen in Entwicklungen zu Jugendschutz und Barrierefreiheit.
„Es freut mich sehr, dass trotz der veränderten Vorzeichen hinsichtlich des Budgets gerade auch im Bereich Jugendschutz und Barrierefreiheit fast 60 Prozent mehr Mittel von den Förderwerbern abgerufen werden als im ersten Vergabetermin”, so Struber. (red)

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