MOBILITY BUSINESS
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Der weltweit größte 2nd-Use Batteriespeicher entsteht derzeit in Deutschland.

13.11.2015

Elektromobilität zu Ende gedacht

Kooperation von Daimler, The Mobility House, GETEC und Remondis schließt Batterie-Wertschöpfungskreislauf. 13 Megawatt-Batteriespeicher geht Anfang 2016 ans Netz.

STUTTGART/LÜNEN. Der heute größte 2nd-Use-Batteriespeicher der Welt wird in Kürze im westfälischen Lünen stehen. Ein Joint-Venture der Partner Daimler AG, The Mobility House AG und GETEC wird ihn ab Anfang nächsten Jahres auf dem Gelände der Remondis SE betreiben und am deutschen Primärregelenergiemarkt vermarkten. Damit sollen Schwankungen im Stromnetz geglättet und ein aktiver Beitrag zur Energiewende geleistet werden.

Verbesserte Umweltbilanz

Die Besonderheit an dem Projekt stellt der Einsatz gebrauchter elektroautomobiler Batteriesysteme dar. Systeme aus smart electric drive-Fahrzeugen der zweiten Generation werden in Lünen zu einem Stationärspeicher mit einer Kapazität von insgesamt 13 Megawatt (MWh) gebündelt.

Das Verfahren steigert aus Sicht der beteiligten Projektpartner unter dem Motto „Elektromobilität zu Ende gedacht” die Umweltbilanz von Stromfahrzeugen und leiste somit einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Elektromobilität.
Daimler sichert seinen E-Fahrzeugkunden je nach Modell eine Batterieleistung von bis zu zehn Jahren zu. Die Batteriesysteme sind jedoch auch danach noch voll einsatzfähig, denn die geringen Leistungsverluste spielen für die Anwendung im stationären Speicherbetrieb nur eine untergeordnete Rolle.
Ein wirtschaftlicher Betrieb im stationären Bereich ist daher aus Sicht der Projektpartner für schätzungsweise mindestens zehn weitere Jahre möglich.

Stromnetze stabilisieren

Leistungsfähige Batteriespeicher sind ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Bei zunehmender Einspeisung von Strom aus fluktuierenden Erneuerbaren Energien, wie beispielsweise aus Windkraftanlagen oder Solarkraftwerken, sind sie ein wesentlicher Schlüssel zur Stabilisierung der Stromnetze. Sie gleichen die Energie­schwankungen nahezu verlustfrei aus – eine ­Aufgabe, die derzeit zum Teil ­fossile Kraftwerke übernehmen. (red)

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