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© Rewe Group/Harson

Rewe reloaded

Redaktion 03.07.2020

Billa und Merkur rücken zusammen

Die Rewe Group Österreich strukturiert um und bündelt die zentralen Verwaltungseinheiten von Billa und Merkur.

WIEN. Die Rewe International AG (RIAG) krempelt um und kein Stein bleibt auf dem anderen bzw. wird aus Steinen ein Fels: „Wir hatten für unsere Vertriebslinien doppelte Strukturen, die haben uns gelähmt”, beschreibt Rewe-Chef Marcel Haraszti die unerquicklich gewordene Ausgangslage. Nun wird das anders: Mit dem neu geschaffenen BMÖ (Billa Merkur Österreich) stehen die Zeichen auf verschlankte Effizienz.

Nicht um jeden (Aktions-)Preis

Die sollte sich dann auch auf die Marktanteilssituation (aktuell: Spar vor Rewe) auswirken und wieder alteingefahrene Verhältnisse (Rewe vor Spar) etablieren – allerdings mit einer maßgeblichen Einschränkung: „Wir werden den Marktanteilen nicht um jeden Preis nachlaufen”, ist Haraszti bestimmt. Somit würde sich die „Marktanteilsschlacht” zwar gegebenenfalls länger dahinziehen, aber seitens Rewe wäre das dann der „gesündere Weg”. Denn, so der Rewe-Chef und künftige BMÖ-Vorsitzende: „Wir sind zuletzt überproportional im Kurantpreis gewachsen und haben den Aktionsanteil bewusst – nämlich um zwei Prozent – zurückgeschraubt.” Nachteilig für den Konsumenten sei das nicht, denn dieser werde individualisiert (Jö-Karte) betrachtet und erfreue sich an der stärker apostrophierten Zuverlässigkeit von Billa und Merkur; Stichwort: Dauertiefpreise.

Maßgeblichste Veränderung im neuen BMÖ ist der Schwenk zur gemeinsamen Markenführung inkl. deutlicher Verschränkungen im Sortiment – mithin gibt es die Billa-Eigenmarke künftig auch bei Merkur. Auch die Preisgestaltung der beiden Vertriebslinien soll sich annähern und de facto ident werden. Gleichzeitig erfolgt eine örtliche Hinwendung zum Kunden: Sieben Regionalniederlassungen mit sieben Direktoren stehen sodann für eine optimale Qualität in der Standortausrichtung.
Ausgegliedert ist Penny – der Diskonter bildet eine eigene Gesellschaft, um sich dieserart befreit auf den Wettbewerb unter den Diskontern zu konzentrieren. Auch die Kaufleute-Sparte der Adeg bleibt autonom.

Einige Personalrochaden

Die Neustrukturierung geht auch mit einer personellen Neuaufstellung einher: Marcel Haraszti ist BMÖ-Vorsitzender und wie bisher Vorstand der RIAG. Harald Mießner, bisher Merkur-Vorstand, übernimmt das Ressort Vertrieb. Mit dem Ressort Consumer wird mit den Marketingbereichen, der Nachhaltigkeit sowie Digital der Fokus auf die Kundenbedürfnisse ge­währleistet – geleitet von Elke Wilgmann, bisher Billa-Vorstand.

Das Ressort Immobilien sorgt für das maßgeschneiderte Format für jeden Standort und wird von Robert Nagele (bisher Vorstandssprecher Billa) geführt. Fürs Category Management/Einkauf zeichnet Erich Szuchy – zuvor Mitglied der Geschäftsführung von Billa CEE – verantwortlich.
Schließlich soll das Ressort Insights – geleitet von Michael Paterno, bisher Bipa-Geschäftsführer – Instrumente entwickeln, die auf Basis Data Analytics punktgenauere Entscheidungen für Sortimente, Markenführung und Vertriebsmaßnahmen ermöglichen. In der Verwaltung ergeben sich um 12% geringere Personalkosten, insgesamt sind es 0,5% Reduktion. (nov)

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