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© APA/Georg Hochmuth

Nachdenklich„Wir müssen das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen”, sagt kika/Leiner Österreich-Chef ­Gunnar George. Für den Dis­konter Lipo gilt das nicht mehr, der wird eingestellt.

Redaktion 23.03.2018

kika/Leiner stampft Diskontschiene ein

Für eine Expansion der Diskontlinie Lipo fehlt das Geld, sagt Österreich-Chef Gunnar George.

WIEN. Von den aktuellen Schließungsplänen bei den Möbelketten kika, Leiner und Lipo sind 150 Beschäftigte (Vollzeitbasis) betroffen. „Wir wollen so viele wie möglich woanders unterbekommen”, sagte Österreich-Chef Gunnar George gegenüber der APA. Gespräche mit der Gewerkschaft über einen Sozialplan liefen bereits. Bis Ende April will George diesen Prozess abgeschlossen haben.

Der Möbelhändler teilte diese Woche mit, vier von insgesamt 50 Standorten zu schließen. Betroffen sind die Lipo-Standorte in Ansfelden (OÖ) und Langenzersdorf (NÖ), ein Leiner-Standort in Bruck an der Mur (Steiermark) und ein kika-Standort in Wolfsberg (Kärnten). Alle vier Standorte sollen verkauft oder vermietet werden. Übrig bleiben künftig 28 kika-Filialen sowie 18 der preislich etwas höher positionierten Marke Leiner.
Gerade für die betroffenen Beschäftigten in Ansfelden und Langenzersdorf sieht George nicht so große Probleme, woanders unterzukommen, da einige kika- bzw. Leiner-Standorte in der Nähe sind. Schwieriger werde es für die Mitarbeiter der Filialen in Wolfsberg und Bruck an der Mur.

Aus für Möbeldiskonter

Mit dem Schließen der zwei Lipo-Filialen wird die erst vor einem Jahr in Österreich neu eingeführte Diskontlinie wieder eingestampft. Ursprünglich wollte George in den nächsten Jahren bis zu acht Lipo-Märkte eröffnen. „Ohne Geld können Sie eine Marke nicht zur Expansion bringen”, räumte George ein.

kika und Leiner leiden in Österreich unter den Problemen ihrer Konzernmutter Steinhoff. Seit Monaten steht das Unternehmen wegen einer Affäre um Bilanz-Unregelmäßigkeiten in den Schlagzeilen. „Das hat auch die Kunden in Österreich verunsichert”, erläutert George.
Bei kika und Leiner ist der Umsatz im ersten Quartal 2017/18 auf vergleichbarer Fläche um vier Prozent zurückgegangen. Vor allem das Segment mit großen Möbeln, wie etwa Küchen, hatte Umsatzeinbußen. Sowohl sorgten sich Kunden, ob ihre bereits getätigten Anzahlungen sicher sind bzw. schreckten sie auch merklich vor neuen Anzahlungen zurück.

Reset mit Premium-Ausbau

„Wir müssen jetzt das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen”, gibt sich George kampfbewusst. „Der Kunde muss glauben, dass, wenn er eine Küche bestellt, diese in drei Monaten auch bekommt”, sagte George.

An der Zahl der Standorte wird sich in näherer Zukunft nichts ändern. „Eine Expansion in den nächsten 18 Monaten ist nicht realistisch”, so George. Stattdessen soll vor allem die Linie Leiner stärker im Premiumbereich positioniert werden. Derzeit sei das Sortiment von kika und Leiner zu 90% deckungsgleich. (APA/red)

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