Gemischte Gefühle
© PwC Österreich
Sophie Landsteiner ist ­Workforce Transformation Lead bei PwC Österreich: „Gehalt und Benefits rücken an erste Stelle.“
CAREER NETWORK Redaktion 15.10.2026

Gemischte Gefühle

Die Jobsicherheit steigt, aber der finanzielle Druck nimmt unter Österreichs Beschäftigten zu.

WIEN. Österreichs Beschäftigte blicken derzeit mit gemischten Gefühlen auf die Arbeitswelt. Zufriedenheit und Motivation im Job sinken, begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten sowie zunehmender finanzieller Druck belasten die Arbeitsmoral. Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen „Global Workforce ­Hopes and Fears Survey 2026“ von PwC, für die nahezu 50.000 Beschäftigte in 48 Ländern befragt wurden – darunter mehr als 800 Arbeitnehmer in Österreich.

Wohlstandsverlust spürbar
Während in Österreich die Jobsicherheit im vergangenen Jahr noch das wichtigste Kriterium in der Arbeitswelt war, stehen diesmal Gehalt und Benefits an erster Stelle. Allerdings fühlen sich nur 40% der heimischen Arbeitnehmenden fair entlohnt, nur 34% haben am Monatsende noch Geld übrig. Das bedeutet einen deutlichen Wohlstandsverlust gegenüber den Vorjahren.

Für mehr als die Hälfte wirken sich steigende Lebenshaltungskosten auch auf ihre Arbeitsmoral aus. Dafür hat sich das Sicherheitsgefühl im Job gegenüber dem Vorjahr von 63 auf 70% deutlich ver­bessert.
„Die Menschen spüren die Inflation im alltäglichen Leben. Dass Gehalt und Benefits nun an erste Stelle rücken, ist daher wenig überraschend“, erklärt Sophie Landsteiner, Workforce Transformation Lead bei PwC Österreich. „Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Arbeitnehmende bei Gehaltsforderungen sehr zurückhaltend sind. Hier sind Unternehmen gefordert, faire und transparente Ver­gütungsstrukturen zu schaffen.“

Neue Arbeitsweisen
Trotz der angespannten finanziellen Lage zeigen Österreichs Beschäftigte viel Bereitschaft sich weiterzuentwickeln. Die Hälfte der Befragten ist bereit, sich an neue Arbeitsweisen anzupassen. 41% haben sich in ihrer aktuellen Rolle bereits neue Fähigkeiten angeeignet, 32% neue Tools und Techniken erlernt. Diesem Engagement stehen allerdings mangelnde Rahmenbedingungen gegenüber. Nur knapp die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass sie ausreichend Zugang zu Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten haben.  „Die Bereitschaft für Veränderung und Weiterentwicklungen unter den Beschäftigten ist vorhanden, jetzt braucht es die notwendigen Rahmenbedingungen in den Unternehmen“, so Landsteiner. (ah)

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