WIEN. Extreme Hitze hinterlässt nicht nur ökologische Spuren, sondern zunehmend auch messbare wirtschaftliche Folgen. Eine aktuelle Analyse von Acredia und Allianz Trade beziffert die mit den Hitzewellen des Sommers 2026 verbundenen Einbußen in 30 europäischen Ländern auf insgesamt rund 113 Mrd. €. Das entspricht etwa 0,46% ihrer für 2026 erwarteten gemeinsamen Wirtschaftsleistung.
Hohe Belastungen für Italien
Besonders hohe absolute Belastungen errechnet die Studie für Italien mit 27,8 Mrd. €, Deutschland mit 25 Mrd. € und Frankreich mit 20,1 Mrd. €. Wie stark Hitze wirtschaftlich wirkt, hängt dabei nicht allein von der Temperatur ab: Auch Luftfeuchtigkeit und Bevölkerungsverteilung spielen eine wesentliche Rolle. Wie unterschiedlich sich Klimarisiken entwickeln, zeigt der neue „Allianz Climate Risk Tracker“. Er betrachtet zwei unterschiedliche Dimensionen: Der Climate Change Score misst, wie stark sich die klimatischen Bedingungen gegenüber dem Zeitraum 1950 bis 1970 verändert haben.
Der Climate Stress Score bildet die aktuelle Belastung durch Hitze, Dürre und starke Niederschläge ab.
Keine Entwarnung
Im internationalen Vergleich befindet sich Österreich bei beiden Indikatoren derzeit im vergleichsweise niedrigeren Risikobereich. Das ist allerdings nicht mit Entwarnung gleichzusetzen. Die Werte bilden die relative Situation eines Landes zu einem bestimmten Zeitpunkt ab – und gerade Extremwetterrisiken können sich von Jahr zu Jahr deutlich verändern. Österreich zählt in der Analyse gemeinsam mit Deutschland, Polen, Portugal sowie nordischen und baltischen Staaten zu den europäischen Ländern mit derzeit niedrigeren Werten in beiden Dimensionen.
Das El-Niño-Szenario
Auch der Blick auf Extremwetter zeigt, wie wenig aussagekräftig ein einzelnes Jahr sein kann: Für Österreich wurde 2025 in der zugrunde liegenden Datenbank kein entsprechendes Extremwetterereignis erfasst. Seit 2000 liegt der langfristige Durchschnitt hingegen bei rund 3,2 Ereignissen pro Jahr.
Die damit verbundenen wirtschaftlichen Schäden entsprechen im langjährigen Mittel rund 0,2% des österreichischen BIP. Für Österreich könnte die heimische Wirtschaftsleistung 2027 in einem von Acredia & Allianz Trade untersuchten El-Niño-Szenario um rund 1,5 Mrd. USD beziehungsweise 0,3% geringer ausfallen. (rk)
Bund und Wien werben wieder deutlich weniger
WIEN Die Werbeausgaben der Bundesregierung befinden sich weiterhin auf niedrigem Niveau. In Summe flossen im 1. Halbjahr 2026 5,8 Mio. Euro an Medien, wie die am Donnerstag von der