Diagnose Arbeit
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Psychische Erkrankungen nehmen stetig, zeigt der jüngste Fehlzeitenreport. Die Fehlzeiten im Betrieb können lange sein.
HEALTH ECONOMY Redaktion 19.10.2026

Diagnose Arbeit

Ein neues Buch lässt Menschen zu Wort kommen, die im Job krank geworden und erfolgreich zurückgekehrt sind.

WIEN. Krankheit kostet – und das in mehrfacher Hinsicht. Da geht es um das persönliche Leid des Betroffenen, um Fehlzeiten im Betrieb, Behandlungen und Therapien, die sich im Gesundheitssystem niederschlagen und damit letztendlich um eine volkswirtschaftliche Dimension. Dennoch: So sehr Gesundheit und Arbeit im Alltag verwoben sind, politisch werden diese Bereiche bis heute nicht konsequent gemeinsam gedacht und strategisch geplant, analysieren die Gesundheits- und Wirtschaftsjournalistinnen Evelyn Holley-Spiess und Ruth Reitmeier in ihrem neuen Buch „Diagnose Arbeit“.

Dabei ist die Datenlage umfassend. So zeigt etwa der diesjährige Fehlzeitenreport, dass sich mit der Dynamik am Arbeitsmarkt auch die Auswirkungen auf die arbeitende Bevölkerung verändern. „Die Arbeitswelt im 21. Jahrhundert schont den Körper, fordert aber den Geist“, erklärt Studienautorin Christine Mayrhuber vom Wifo in dem neuen Sachbuch. Hinter dieser Aussage verbirgt sich ein Trend: Der „stille Anstieg“ bei den psychischen Erkrankungen. Sie „sind keine Randerscheinungen mehr, sondern mit einem Anteil von knapp zwölf Prozent an allen Krankenstandstagen ins Zentrum gerückt“, weiß Mayrhuber. Freilich wäre die Aussage nicht belastbar, dass all diese Fehlzeiten berufsbedingt sind. Allerdings sind ihre Auswirkungen nicht wegzudiskutieren. Für das Jahr 2024 wurde erhoben, dass Langzeitkrankenstände – zu denen häufig auch psychische Erkrankungen führen – zwar nur 3,1% aller Krankenstandsfälle ausmachen, aber für knapp 40% aller Krankenstandstage verantwortlich sind.

Zehn persönliche Geschichten
In ihrem Buch gehen die Autorinnen den Rahmenbedingungen in der heutigen Arbeitswelt auf den Grund. Und sie lassen jene zu Wort kommen, die es wissen müssen: Ob AMS-Vorstand Johannes Kopf, Caritas Direktor Klaus Schwertner, Kabarettistin Verena Titze oder Ex-Politiker Rudi Anschober: Sie und weitere Gesprächspartner haben eine arbeitsbedingte gesundheitliche Zäsur hinter sich und den Weg zurück gefunden. (red)

Die Buchpräsentation findet am 2. November 2026 im Sozial­ministerium statt. Anmeldung erforderlich unter:  [email protected]

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