••• Von Sabine Stehrer
WIEN. Rund 1000 Österreicher wurden für den jüngsten Austrian Health Report (AHR) befragt, der seit 2022 jedes Jahr von Sandoz beauftragt und vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) durchgeführt wird. Diesmal wurde nach geschlechterspezifischen Unterschieden in der gesundheitlichen Versorgung gefragt.
Weniger Frauen zufrieden
Ein Unterschied zeigte sich schon bei der Frage nach der Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem. Während mit 56% mehr als die Hälfte der Männer „(sehr) zufrieden“ damit waren, waren das nur 41% der Frauen. Betrachtet man die Antworten auf weitere Fragen, zeigt sich, warum das so ist: So hatten die befragten Frauen bei der gesundheitlichen Versorgung deutlich öfter negative Erlebnisse. Fast die Hälfte, 44%, gab an, sich als Schmerzpatientinnen schon einmal oder mehrmals vom Arzt nicht ernstgenommen gefühlt zu haben. Nur etwa halb so viele Männer, 23%, haben diese Erfahrung gemacht. Während 36% der Frauen zudem berichteten, dass ihre Symptome als psychisch bedingt abgetan wurden, war das nur bei 15% der Männer der Fall. Deutliche Unterschiede zeigten sich auch bei Angaben zum eigenen Gesundheitszustand. Während 48% der Frauen berichteten, chronisch krank zu sein, taten dies nur 45% der Männer. Frauen schätzten außerdem ihre psychische Gesundheit viel seltener als „sehr gut“ ein als Männer. Hier stand es 26% zu 32%.
Dies liegt laut AHR wohl auch daran, dass Frauen stärker als Männer durch den Mental Load belastet sind. 67% der Frauen gaben an, sich beispielsweise um Gesundheitsfragen für sich, den Partner und andere Familienmitglieder zu kümmern, im Vergleich zu 44% der Männer.
Frauen besser versorgen
Zum AHR sagte Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS), der bei der Präsentation des Berichts dabei war, es bestehe Potenzial, die Frauen besser zu versorgen. Marco Pucci, Country President von Sandoz Österreich, erklärte, der AHR mit seinen belastbaren Daten liefere hierzu dem Gesundheitssystem entsprechende Impulse.