••• Von Sabine Stehrer
WIEN. Jährlich 90 Mio. € sind hierzulande seit 2024 und noch bis zum Jahr 2028 für das Öffentliche Impfprogramm (ÖIP) vorgesehen. Bisher, also in den beiden vergangenen Jahren, wurden die Mittel laut dem Rechnungshof (RH) auch zur Gänze für das ÖIP verwendet. Da die Zahl der Gratisimpfungen durch das dafür verfügbare, knappe Budget limitiert sei, wie der RH darstellt, rät er in seinem kürzlich veröffentlichten Bericht „Gratis-Impfprogramm Grippe, Gürtelrose und Pneumokokken“ nun, Vulnerable zu priorisieren. Dazu zählen Säuglinge, Schwangere, Menschen mit Immunsuppressionen, etwa bedingt durch Autoimmunerkrankungen oder Organtransplantationen, chronisch Kranke und Ältere. Eine solche differenzierte Vorgangsweise empfehle sich zudem bei Lieferengpässen, heißt es in dem RH-Bericht.
Die Grippe-Impfung ist seit 2023 kostenlos, die Impfungen gegen Gürtelrose und Pneumokokken sind das seit 2025 für Über-60-Jährige und Vulnerable. Ziel der Aktion ist, die Durchimpfungsraten zu erhöhen. Ob das auch gelingt, weiß man nicht, moniert der RH: Es mangle an Daten, weil Ärzte die Impfungen nicht durchgehend in den e-Impfpass eingetragen haben. Bis zu einer Gesetzesnovelle im vergangenen Sommer war allerdings ein Teil der Ärzte von der Eintragungspflicht ausgenommen.
Eintragungen kontrollieren
„Wir nehmen die Empfehlungen des Rechnungshofs ernst“, heißt es in einer Reaktion auf den RH-Bericht aus dem Büro von Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Schon aktuell würden wegen der ausständigen Lieferung des Grippe-Impfstoffs Influvac (siehe Artikel unten) Vulnerable bei der Impfung bevorzugt. Außerdem seien nun alle Ärzte zu den Eintragungen in den e-Impfpass verpflichtet.
„Jetzt muss auch kontrolliert werden, ob die Ärzte die Eintragungspflicht einhalten“, meint dazu der Gesundheitssprecher der Grünen Ralph Schallmeiner. Es sei absurd, dass der Nutzen eines öffentlichen Impfprogramms nicht bewertet werden könne, „weil sich ein Teil der Ärzteschaft jahrelang um die Eintragungen in den e-Impfpass gedrückt hat“.