Angriffig berühren
© Ricoh
Die robotergesteuerten Ranken von Ricohs SynTact reagieren je nach Interaktion der Besucher ganz unterschiedlich.
INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 23.09.2026

Angriffig berühren

Das interaktive Erlebnismodell SynTact demonstriert, wozu fortschrittliche Sensortechnologie in der Lage ist.

WIEN/LINZ. Beim Ars Electronica Festival 2026 in Linz stellte Ricoh ein neues interaktives Erlebnismodell vor, das in Zusammenarbeit mit dem Ars Electronica Futurelab entwickelt wurde. SynTact untersucht, wie intelligente Umgebungen die Art und Weise verändern könnten, wie Menschen mit Technologie, physischen Räumen und miteinander interagieren. Denn Arbeitsplätze werden zunehmend mit Sensoren ausgestattet, die Belegung, Raumklima oder Flächennutzung erfassen. Ricoh geht mit dem Forschungsprojekt SynTact noch einen Schritt weiter: Oberflächen und Gegenstände sollen selbst zu Schnittstellen werden, die menschliche Interaktionen erkennen und darauf reagieren. Das Erlebnismodell kombiniert Ricohs Sensortechnik mit maschinellem Lernen. Es kann unterscheiden, welches Objekt berührt wird, wie die Berührung erfolgt und mit welcher Intensität.

Im Mittelpunkt der Installation steht eine lebende Pflanze mit robotergesteuerten Ranken, die je nach Interaktion der Besucher unterschiedlich reagieren. Gezeigt wird damit eine mögliche Zukunft, in der Arbeitsplätze, öffentliche Räume und andere vernetzte Umgebungen stärker auf die Anwesenheit und das Verhalten von Menschen eingehen können. Das Konzept löst sich vom klassischen Muster der Mensch-Computer-Interaktion. Nicht nur Computer oder Smartphones könnten künftig auf Nutzer reagieren, sondern auch Schreibtische, Möbel, Wände oder andere Alltagsgegenstände.

An den Nutzer anpassen
Für Ricoh geht es dabei auch um eine andere Rollenverteilung zwischen Mensch und Technologie: Nicht der Nutzer soll sich an Anwendungen und Systeme anpassen, sondern die Umgebung könnte zunehmend auf den jeweiligen Kontext reagieren. Voraussetzung dafür sind Fortschritte bei Sensorik, künstlicher Intelligenz, Robotik und digitalen Zwillingen.

SynTact ist allerdings noch ein experimenteller Prototyp und kein Produkt. Ricoh will damit ausloten, wie sich Interaktion, Wahrnehmung und Feedback künftig verbinden lassen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse könnten in die Entwicklung intelligenter Arbeitsplätze und reaktionsfähiger Umgebungen einfließen. (hk)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL