Zusätzliche Kapazitäten und mehr Beschäftigung
© Plasser & Theurer
INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 04.11.2026

Zusätzliche Kapazitäten und mehr Beschäftigung

Größte Einzelinvestition der Firmengeschichte ist ein deutliches Signal für Industriestandort Oberösterreich.

••• Von Helga Krémer

Mehr als 60 Mio. € investiert Plasser & Theurer in ein neues Montage- und Inbetriebnahme-Werk in Linz. Die größte Einzelinvestition der 73-jährigen Firmengeschichte soll Abläufe effizienter machen und 80 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.  Nach zweijähriger Bauzeit hat der oberösterreichische Bahnbaumaschinenhersteller Plasser & Theurer sein neues Werk in der Linzer Pummererstraße eröffnet. An der Feier nahmen unter anderem Staatssekretär Sepp Schellhorn, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner und der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer teil. Auf rund 12.000 m² werden künftig Endmontage und Inbetriebnahme von Gleisbaumaschinen unter einem Dach gebündelt.

Das neue Werk
In der Endmontage werden Motoren und Tanks eingebaut, Kabel und Schläuche verlegt sowie Kabinen montiert. Anschließend werden die Maschinen elektrisch, mechanisch und hydraulisch in Betrieb genommen. Das neue Werk verfügt über 15 Montageplätze mit jeweils 30 m Länge und 8,5 m Breite. Für die Inbetriebnahme stehen vier Gleise mit insgesamt knapp 330 m Länge zur Verfügung. Erstmals kann dieser gesamte Produktionsschritt in einer Halle erfolgen.

Kürzere Wege
Die räumliche Zusammenführung bislang getrennter Produktionsschritte soll Transportwege verkürzen und die Abstimmung mit vorgelagerten Bereichen erleichtern. Zugleich schafft die neue Infrastruktur Platz für die Fertigung komplexer Maschinen, darunter E³-Hochtechnologiemodelle mit hybrider Antriebstechnologie, die den CO2-Ausstoß reduzieren soll.

Auch energetisch setzt das Gebäude Akzente: Eine geplante Photovoltaikanlage und die Dachbegrünung sollen zur Energieeffizienz beitragen. Die Begrünung wirkt temperatur­ausgleichend und kann damit den Heiz- und Kühlbedarf senken.

80 neue Arbeitsplätze
Der Betrieb wird schrittweise hochgefahren. Bis Jahresende sollen rund 180 Beschäftigte im neuen Werk arbeiten, 80 davon auf neu geschaffenen Stellen. Gesucht werden insbesondere Elektriker, Elektrotechniker, Maschinenbauer, Schweißer und Stahlbauschlosser.
>
Für CEO Johannes Max-Theurer ist die Investition ein Bekenntnis zum Standort Österreich.„Wir haben hier nicht nur in eine neue Halle investiert, sondern in die Zukunft unseres Unternehmens und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit diesem Werk schaffen wir 80 zusätzliche Arbeitsplätze und die Voraussetzungen, um unsere Kunden weltweit noch besser zu bedienen. Wir glauben an unsere Produkte, an unsere Belegschaft und an den Standort Österreich – und aus dieser Überzeugung haben wir diese große Investition getätigt“, sagt Max-Theurer. „Wir gehen damit in ‚Vorleistung‘. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen für den Industriestandort weiter verbessert werden. Österreich ist in den vergangenen Jahren stark unter Druck geraten: vergleichsweise hohe Kosten für Energie, hohe Lohnnebenkosten, Fachkräftemangel sowie massiv zunehmende bürokratische Belastungen. Gerade der Wettbewerb auf den Weltmärkten ist für stark exportorientierte Unternehmen wie unseres zuletzt immer härter geworden. Das spüren wir enorm und hier ist vernünftige Politik mit Augenmaß gefordert.“

Stimmen aus der Politik
Staatssekretär Sepp Schellhorn bezeichnete Plasser & Theurer als Beispiel für unternehmerischen Mut, österreichisches Know-how und Vertrauen in den Standort. Unternehmen, die industrielle Zukunft aufbauten, bräuchten einen Staat, der Hürden abbaue, statt neue zu schaffen.
Landeshauptmann Thomas Stelzer wertete die Investition als wichtiges Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Oberösterreich verfüge über die Voraussetzungen für Hightech und industrielle Innovation. Investitionen wie jene von Plasser & Theurer sicherten Arbeitsplätze und Wohlstand, sagte Stelzer.
Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner verwies auf die Bedeutung moderner Bahntechnik für eine leistungsfähige Mobilität. Für den sicheren und effizienten Betrieb des Schienenverkehrs brauche es zeitgemäße Technologien zur Errichtung und Instandhaltung der Infrastruktur. Plasser & Theurer setze hier seit Jahrzehnten internationale Maßstäbe. Das neue Werk sei ein weiterer Schritt, um Innovationen in den Schienenverkehr zu bringen.

Auch Linz’ Bürgermeister Dietmar Prammer sieht in der Investition ein Bekenntnis zur Stadt. Neben der Stärkung des Industriestandorts entstünden neue berufliche Perspektiven für Fachkräfte. Die Investition von mehr als 60 Mio. € zeige, dass Plasser & Theurer trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf den Standort Linz setze.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL