WIENER NEUDORF. Geplant sind zehn Neueröffnungen und vier Umbauten mit Flächenerweiterung. Gleichzeitig setzt der Drogeriehändler auf dauerhaft niedrige Preise, den Ausbau seiner Eigenmarken und digitale Vertriebskanäle. Während die Verbraucherpreise in Österreich 2026 um drei Prozent gestiegen sind, sind die Preise im Bipa-Sortiment im selben Zeitraum um 0,6 Prozent gesunken.
Rund eine Million Kunden kaufen wöchentlich bei Bipa ein. Mit 570 Filialen und mehr als 4.000 Mitarbeitern, darunter rund 250 Lehrlinge, zählt das Unternehmen zu den wichtigen Akteuren im österreichischen Drogeriefachhandel. Auch international wächst Bipa: Neben Österreich und Kroatien ist der Händler seit Jänner 2026 in Rumänien vertreten. Dort wurden bisher elf Filialen eröffnet, bis Jahresende soll das Netz auf 18 Standorte anwachsen.
„Wir wachsen, weil wir investieren – und zwar vor allem hier in Österreich”, sagt Markus Geyer, Geschäftsführer von Bipa International. „Die Expansion stärkt auch den Wirtschaftsstandort Österreich, denn viele unserer Bipa-Marken werden in Österreich entwickelt und produziert. Heimische Hersteller- und Ladenbaubetriebe gewinnen dadurch neue Absatzmärkte.”
Filialnetz und digitale Vertriebskanäle im Ausbau
Neben den Investitionen in neue und bestehende Standorte setzt Bipa auf die Weiterentwicklung seiner Vertriebswege. Die Filialen bleiben dabei der zentrale Anlaufpunkt, ergänzt durch den Onlineshop, die App, Click & Collect sowie Quick-Commerce-Angebote mit foodora und Wolt. Auch die Mitarbeiter werden durch technische Lösungen unterstützt. Der mehrsprachige KI-Bot HAIdi hilft unter anderem bei Retourenprozessen, der Disposition und der Warenannahme.
„Kundinnen und Kunden kaufen nicht mehr entweder in der Filiale oder online – sie nutzen alle Kanäle, je nachdem, was für sie gerade bequem ist. Die Filiale ist und bleibt das Herzstück: Hier wird probiert, gefragt und beraten. Deshalb haben wir auch 2026 erneut umfassend in unsere Standorte investiert, sowie in Technik, die unsere Teams bestmöglich unterstützt und einen Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden schafft”, erklärt Daniela Reumann, Geschäftsführerin von Bipa.
Auch das Sortiment wird erweitert. Bis Ende 2026 bringt die Kosmetik-Eigenmarke Look by Bipa mehr als 100 neue Produkte auf den Markt. Um der wachsenden Auswahl Platz zu bieten, wird die entsprechende Theke in allen 570 Filialen von 1,5 auf zwei Meter verbreitert und neu gestaltet.
„Gesundheit, Pflege und Beauty sind Sortimente, die man sich bewusst gönnt – dennoch wird der Preis immer wichtiger. Mit Bipa-Marken wie Look by Bipa, seit Jahrzehnten eine der führenden Deko-Marken in Österreich, bieten wir eine hochwertige und gleichzeitig preiswerte Alternative zu internationalen Marken – ohne Abstriche bei Qualität und Trends“, sagt Bipa-Geschäftsführerin Margit Reisinger.
Eigenmarken wachsen zweistellig
Die elf Bipa-Eigenmarken mit insgesamt rund 1.500 Artikeln entwickelten sich im vergangenen Jahr positiv. BI Care steigerte den Umsatz 2025 um 20 Prozent, BI Comfort um zehn Prozent. Besonders dynamisch verlief die Entwicklung bei Gesichtspflegeprodukten: BI Care legte in diesem Segment um mehr als 60 Prozent zu, vor allem bei Produkten gegen unreine Haut, Gesichtsmasken und Anti-Aging-Pflege. Auch Inkontinenzprodukte verzeichneten mit einem Plus von 22 Prozent ein deutliches Wachstum, während BI Home um 17 Prozent zulegte.
Weitere Sortimentserweiterungen sind bereits geplant. Dazu zählen neue Produkte der Wirkstoffkosmetik-Linie BI Care Experts, eine erweiterte Ultra-Sensitive-Linie bei bi good sowie erstmals Inkontinenz-Pants für Männer von BI Comfort. Die in Österreich entwickelte Babymarke Babywell ist mittlerweile in elf Ländern der Rewe Group erhältlich, darunter Deutschland. Bei der Produktion setzt Bipa ebenfalls auf heimische Wertschöpfung: 80 Prozent der bi good Produkte werden in Österreich hergestellt.
Auch das Gesundheitssortiment wurde in mehr als 300 Filialen ausgebaut. Zu den Wachstumstreibern zählen Sporternährung und Nahrungsergänzung, unter anderem mit der Eigenmarke BI Life, die rund 110 Artikel umfasst. Ein weiterer Schwerpunkt bleibt das Sortiment für Schwangerschaft und Baby, bei dem Inhaltsstoffe, Produktsicherheit und Herkunft für viele Kunden an Bedeutung gewinnen.
Dauerhaft niedrige Preise und soziales Engagement
Mit dem Konzept „Einfach Preiswert“ bietet Bipa seit Februar rund 2.000 Produkte aus unterschiedlichen Sortimentsbereichen dauerhaft zu günstigen Preisen an. Ergänzend setzt das Unternehmen auf regelmäßige Aktionen. Laut NielsenIQ lagen die mengengewichteten Durchschnittspreise zahlreicher bekannter Marken bei Bipa unter dem Niveau des Vergleichsmarkts. So waren Pampers-Windeln im untersuchten Zeitraum durchschnittlich um 6,4 Prozent je Windel günstiger, Nivea-Duschbad um 11,7 Prozent je 100 Milliliter.
„Unter dem Strich bieten wir unseren Kundinnen und Kunden damit an der Kasse ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis”, so Margit Reisinger.
Für 2027 plant Bipa zwölf Neubauten und drei Umbauten in Österreich. Darüber hinaus soll das internationale Geschäft weiter wachsen. Auch das gesellschaftliche Engagement in den Bereichen Frauengesundheit, Chancengleichheit und Inklusion wird fortgesetzt und ausgebaut. Unter der Initiative „Ehrlich gesagt“ bringt das Unternehmen seit 2025 Themen wie Frauengesundheit und Mental Load in den öffentlichen Diskurs. Gemeinsam mit der Stadt Wien stellt Bipa zudem seit 2023 im Rahmen der Roten Box kostenlose Periodenprodukte zur Bekämpfung von Periodenarmut bereit. Die Kooperation wurde bis 2028 verlängert. Im Frauenfußball und Cheersport unterstützt das Unternehmen seit 2026 junge Nachwuchstalente.
„Als Drogeriehändler mit einer hauptsächlich weiblichen Belegschaft und mehr Kundinnen als Kunden sehen wir es als unsere Verantwortung, Themen anzusprechen, die in der Öffentlichkeit zu wenig Sichtbarkeit erhalten oder mit Tabus behaftet sind – und konkret dort zu helfen, wo es nötig ist. Deshalb werden wir unser Engagement auch im kommenden Jahr fortsetzen und weiter ausbauen“, so Markus Geyer. (red)