biz.talk event kino: Die RTL AdAlliance Night 2026: Programme und Plattformen für die Werbesaison 2026/27

Mehr als 500 Gäste kamen am 8. Oktober zur RTL AdAlliance Night 2026 in die Wiener Ottakringer Brauerei. Unter dem Motto „All Ad Once“ präsentierten RTL und seine Vermarktungspartner neue Programme und ihre Strategie für das Geschäft mit Bewegtbildwerbung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Fernsehen, Streaming und digitale Videoangebote so verbinden lassen, dass aus einem vielfältigen Programmportfolio ein überschaubares Angebot für Werbekunden wird.

Die Veranstaltung verband den Ausblick auf die Saison 2026/27 mit einer Standortbestimmung des Vermarkters. Elisabeth Frank, Managing Director Austria, Claudia Ostermann-Schabata, Deputy Managing Director Austria, und Oliver Vesper, Deputy CEO und Chief Digital Officer von RTL AdAlliance, stellten drei Begriffe ins Zentrum: Relevance, Trust und Simplicity. Dahinter stehen konkrete Aufgaben: relevante Zielgruppen erreichen, Vertrauen in das Werbeumfeld schaffen und den Einkauf über unterschiedliche Plattformen hinweg vereinfachen. Auch die Eingliederung des Bezahlsenders und Streaming-Aggregators Sky in die RTL Vermarktungsmaschine wurde von RTL Deutschlands Managing Director Austria und Sky Fernsehen GmbH GF Caterina Pretti adressiert.

Das rund 75-minütige Bühnenprogramm, moderiert von Annie Müller Martinez, machte zugleich deutlich, womit diese Strategie wirtschaftlich unterlegt werden soll: mit bekannten Unterhaltungsmarken, neuen Reality-Formaten, Sportrechten und der Verbindung internationaler Inhalte mit österreichischen Medienangeboten. Inga Leschek, Chief Content Officer von RTL Deutschland, stellte Programmhighlights vor. Für RTLZWEI gaben Geschäftsführer Thorsten Braun und Arabella Kiesbauer Einblicke in die kommende Saison. Ein „Let’s Dance“-Auftritt mit Jorge González, Patrick Linke sowie Renata und Valentin Lusin brachte eine der etablierten RTL-Marken auf die Bühne.

Der programmliche Auftritt hatte damit eine klare geschäftliche Funktion. Werbevermarkter verkaufen den Zugang zu einem Publikum, dessen Aufmerksamkeit zunächst durch Inhalte gewonnen werden muss. Neue Buchungstechnologien können diesen Zugang erleichtern. Ob eine Plattform regelmäßig genutzt wird, hängt jedoch wesentlich davon ab, welche Sendungen, Serien oder Sportereignisse dort verfügbar sind. Die Wiener Präsentation führte beide Seiten dieses Geschäfts zusammen: das Programm als Grundlage der Nutzung und die Vermarktung als Weg, daraus Erlöse zu erzielen.

Wie groß der Veränderungsdruck ist, zeigen die Halbjahreszahlen der RTL Group S.A., Luxemburg. Im ersten Halbjahr 2026 gingen die TV-Werbeerlöse des Konzerns gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent zurück, während die digitalen Werbeerlöse um 10,9 Prozent zunahmen. Der Streamingumsatz stieg um 27,2 Prozent auf 299 Millionen Euro. Diese Konzernwerte beschreiben nicht den österreichischen Werbemarkt, verdeutlichen aber die wirtschaftliche Richtung: Das digitale Geschäft gewinnt an Gewicht, während das lineare Fernsehen weiterhin unter Druck steht.

Für die Mediaplanung ergibt sich daraus eine anspruchsvolle Übergangsphase. Ein Werbekunde muss entscheiden, welche Aufgabe Fernsehen innerhalb einer Kampagne übernimmt, welchen zusätzlichen Beitrag Streaming leisten soll und welche Zielgruppen über weitere Videoangebote erreicht werden können. Ein gemeinsames Vermarktungsangebot kann die Abstimmung erleichtern. Es muss allerdings zeigen, welchen Mehrwert die Kombination tatsächlich liefert: zusätzliche Kontakte, eine passendere Ansprache oder einen geringeren Aufwand bei Planung und Abwicklung.

Elisabeth Frank beschreibt den Anspruch, „Menschen dort zu erreichen, wo sie Inhalte konsumieren“. Im medianet.tv-Interview verweist sie auf die Verbindung national relevanter und internationaler Inhalte. Für Österreich bedeutet das, die Reichweite internationaler Fernseh- und Streamingmarken mit Angeboten zu kombinieren, die im heimischen Medienmarkt verankert sind.

Zum bei der Veranstaltung vorgestellten Portfolio gehören neben RTL, VOX und RTLZWEI unter anderem Sky Österreich, DMAX, TLC, SPORT1 und CANAL+ ACTION. Hinzu kommen österreichische Medienmarken wie R9, krone.tv und oe24.TV sowie digitale Videoangebote. Diese Vielfalt eröffnet unterschiedliche Zugänge zum Publikum: über breit angelegte Unterhaltung, spezielle Interessen, Sport oder regionale Berichterstattung. Für Werbekunden ist dabei entscheidend, welche dieser Zugänge zum jeweiligen Kommunikationsziel passen und wie sich die Angebote sinnvoll ergänzen.

Weitere Videos