biz.talk.tv event Kino: OOHA-Awards: Ideen zwischen Plakat und Algorithmus
DMB. und Media1 prägten die zweite Ausgabe der OOHA-Awards. Die ausgezeichneten Kampagnen zeigen, wie klassische Gestaltung, digitale Technik und ungewöhnliche Werbeträger zusammenspielen.
Rund 500 Gäste kamen am 14. Oktober 2026 im Wiener Museumsquartier zur zweiten Verleihung der OOHA-Awards zusammen. Aus 153 Einreichungen wählte eine 18-köpfige Jury in zwei Stufen die Sieger in fünf Kategorien. Das medianet-Format „biz.talk.tv event Kino“ begleitete den Abend und sprach mit Verbandsvertretern, Kreativen und Auftraggebern.
Für Franz Solta, OOHA-Präsident und Gewista-CEO, ist die Veranstaltung „das Festival von Out-of-Home“. Der im November 2024 gegründete Verband will mit dem Preis die Leistungen der Gattung sichtbar machen. In den Gesprächen mit Solta sowie den Vizepräsidenten Karin Seywald-Czihak, Geschäftsführerin der ÖBB-Werbung, und Andreas Allerstorfer von aWs ging es auch um den technologischen Wandel. Digitale, programmatische und datenbasierte Ausspielung erweitern die Möglichkeiten der Außenwerbung.
Dass Technik die Idee nicht ersetzt, betonte Jury-Vorsitzender Alexander Hofmann, CCO von freude.agency: „Wenn du eine Idee hast, begeisterst du die Leute, wenn du keine Idee hast, ist alles Makulatur.“ Die Jury vereinte Perspektiven von Kreativ- und Mediaagenturen sowie Auftraggebern.
DMB. gewann dreimal Gold und den „Chair of Judges Award“. In „Outstanding Creations – Classic“ überzeugte „(fein) Passiert“ für Darbo: Ein Marmeladenklecks auf einer weißen Bluse verbindet den Produktnamen mit einem alltäglichen Missgeschick. Agenturgründer Mariusz Jan Demner erinnerte im Interview an den Beginn der Zusammenarbeit vor 38 Jahren. Aus dem Wunsch nach besserer Werbung entstand damals eine Neuordnung des Sortiments samt neuer Produktgestaltung.
Marcello Demner verwies auf die Bedeutung des Kundenvertrauens für Experimente. Ein Beispiel dafür lieferte „KFC Original NuggAds“: Eine KI-gestützte Produktionspipeline erzeugte zehn Millionen Motive, die jeweils nur einmal auf digitalen Werbeflächen ausgespielt wurden. Die Arbeit erhielt Gold in „Digital“ und „Technical Innovation“ sowie den Sonderpreis. Die Mediaplanung lag wie bei Darbo bei Media1, die in Summe die meist ausgezeichnete Agentur des Abends war.
Gold in „Special Build“ ging an Hornbach, Heimat TBWA und Mediaplus Austria für „Freu dich wie ein Kind“ mit dreidimensionalen Wandbildern in Wien und Graz. In „Sustainability“ gewann Ottakringer mit einem aus gebrauchten Plakaten gestalteten Sujet von Obscura und Media1. Damit war Media1 an vier Gold-Auszeichnungen beteiligt.
Über Silber in „Classic“ für „Ikea Innsbruck – Seit 25 Jahren Teil von Tirol“ freuten sich Helmut Kosa von &Us und IKEA-Marketingverantwortlicher John Oakley. Die Mediaplanung übernahm EssenceMediacom/WPP Media. Silber in „Special Build“ holten yesss!, Brokkoli und dentsu Austria mit dem transparenten Citylight. Phil Hewson und Florian Schwarz erläuterten, wie der durchsichtige Werbeträger das Versprechen einer Marke ohne versteckte Kosten vermitteln sollte.
Der Publikumspreis ging an die FH Joanneum: Bei insgesamt 2.447 abgegebenen Stimmen setzte sich die von Studierenden zum 30-Jahr-Jubiläum entwickelte Kampagne „Study with Purpose“ durch. Als Mediaagentur war Ankünder beteiligt.