HEALTH ECONOMY
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Informationen aus dem Internet rangieren bereits an erster Stelle – noch vor dem Rat durch Ärzte.

Redaktion 22.10.2021

„Dr. Google” heilt

Die Österreicher informieren sich zu Gesundheitsthemen vor allem im Internet. Das zeigt eine neue Studie.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Zu Gesundheitsthemen informiert sich die Bevölkerung vor allem digital: 43% nutzen Internetseiten und Soziale Medien, ergab eine große Umfrage der bundeseigenen Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). 37% sagten, vorrangig auf Ärzte sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe zurückzugreifen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse zur selbsteingeschätzten Gesundheitskompetenz „deutlichen Handlungsbedarf”, betonte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Wissen nimmt zu

Als Gesundheitskompetenz werden Wissen, Motivation und Fähigkeiten zusammengefasst, um relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, beurteilen und im Alltag anzuwenden. Daraus sollten Entscheidungen getroffen werden können, die die eigene Gesundheit und Lebensqualität erhalten oder verbessern.

„Die erste Erhebung im Jahr 2011 zeigte uns, dass wir in Sachen Gesundheitskompetenz noch Luft nach oben haben”, sagte Mückstein. Die Ergebnisse verbesserten sich in der von der GÖG koordinierten Erhebung im Zehn-Jahres-Vergleich insgesamt leicht, sind aber aufgrund von methodischen Änderungen nicht unmittelbar vergleichbar.

20% bei Impfungen unsicher

Laut einem näherungsweisen Vergleich der GÖG stieg die ausreichend bis exzellent eingeschätzte Gesundheitskompetenz der Österreicher von 48 auf 53%. Besondere Herausforderungen bestehen weiterhin bei Informationen zu Therapien und Behandlungen, bei Informationen zum Umgang mit psychischen Problemen und beim Beurteilen und Anwenden von Gesundheitsinformation sowie bei Informationen zum Thema Prävention. Jeder Fünfte der 3.000 im Vorjahr befragten Erwachsenen gab auch Schwierigkeiten bei der Beurteilung an, welche Impfungen sinnvoll und notwendig sind.

Bei den Informationsquellen stehen an dritter Stelle gedruckte Unterlagen mit acht Prozent, gefolgt vom sozialen Umfeld (sieben Prozent). Drei Prozent informieren sich vorrangig bei Anbietern alternativer oder ergänzender Heilverfahren, jeweils rund ein Prozent bei Info-Telefonen oder ganz woanders, etwa im Fernsehen.

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