HEALTH ECONOMY
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Nach einem Rückgang der Patientenkontakte 2021 und 2022 verzeichneten die Wiener Spitäler 2023 wieder einen Anstieg.

Redaktion 08.03.2024

Job-Anreize setzen

Steigende Patientenzahlen in den Wiener Spitälern verlangen verstärkte Maßnahmen, um mehr Personal zu bekommen.

••• Von Katrin Grabner

WIEN. Die Zahl der Patientenkontakte ist in den Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes (WiGeV) im Vorjahr verglichen zu 2022 gestiegen, wie bei der Präsentation der Bilanz 2023 verkündet wurde. 235.486 Patienten wurden 2023 stationär behandelt, die Zahl der ambulanten Kontakte stieg auf 4,9 Mio. Beim WiGeV zeigte man sich darüber erfreut, betonte aber auch, dass das Finden und Halten von Personal im laufenden Jahr große Priorität haben wird.

Stagnierende Mitarbeiterzahl

Während im vergangenen Jahr die Patientenzahlen gestiegen sind – 3,3% stationär, 4,2% ambulant –, hat sich die Mitarbeiterzahl kaum verändert. Mit 27.439 Mitarbeitenden (Jahresdurchschnitt in Vollzeitäquivalenten VÄ) gab es hier nur eine geringe Steigerung von 1,28%, verglichen mit 2022. Der Besetzungsgrad bei Ärzten liegt bei 93% (3.358 VÄ), bei Pflegefachkräften bei 92% (9.335 VÄ). Bis 2030 werden 23% der Ärzte und 18% in der Pflege in Pension gehen.

Neue Benefits

Beim WiGeV möchte man nun verstärkt mit Anreizen Personal finden und auch halten. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze wird erhöht. Laut Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb wird die Anzahl der Ausbildungsplätze in der Pflege bis Ende des Jahres auf 4.400 verdoppelt. Für fachärztlichen Nachwuchs stehen 1.350 Plätze zur Verfügung, weitere 1.590 Plätze sind für medizinische, therapeutische und diagnostische Gesundheitsberufe reserviert. „Wir bilden genug aus. Jetzt müssen wir uns überlegen, was hilft, damit die Leute auch alle bleiben”, erklärte Kölldorfer-Leitgeb.

Dafür investiert der WiGeV viel Geld in Anreize wie einen Anwerbebonus, Einspring-Prämien, erhöhte Nachtdienstzulagen sowie ein im Herbst kommendes monatliches Bruttogehalt von rund 2.700 € für Auszubildende. Auch bei den Gehältern wurde nachjustiert. Aufgrund von Lohn- und Gehaltsanpassungen sowie des Entgelterhöhungs-Zweckzuschussgesetzes stieg der Personalaufwand von 2022 auf 2023 um sieben Prozent auf knapp über zwei Mio. €. Beim WiGeV ist man optimistisch, dass die vielen Anreize helfen werden.

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