HEALTH ECONOMY
© APA/AFP/Pascal Lachenaud

Brustkrebs ist der häufigste Krebs bei Frauen. Früherkennungsprogramme helfen, werden aber nicht genug genutzt.

Redaktion 14.10.2022

Wenig Bewusstsein

Die wirksamsten Mittel gegen Brustkrebs sind Vorsorge und Früherkennung. Kampagnen sollen Bewusstsein schaffen.

••• Von Katrin Grabner

WIEN. Rund 5.600 Frauen erkranken laut österreichischem Krebsreport jährlich an Brustkrebs. Ungefähr 1.600 sterben daran. Eine gute Vorsorge sowie Früherkennungsmaßnahmen sind laut Experten die wirksamsten Mittel gegen Brustkrebs – dazu zählt das selbstständige Abtasten der Brust, die jährliche Vorsorgeuntersuchung sowie regelmäßige Brustkrebs-Screenings für Frauen ab 40 oder 45 Jahren. Letzteres wird aber zu wenig genutzt.

Ungenutzte Angebote

Die Teilnahme am Früherkennungsprogramm liege in Österreich nämlich bei nur maximal 43%. Ein großes Problem ist laut Radiologin Alexandra Resch vor allem die Wiederteilnahmerate nach dem vorgesehenen Intervall von zwei Jahren von nur 60%. Mit außerplanmäßigen Mammografien komme Österreich insgesamt auf 58%, der Sollwert der EU liege aber bei 70%, hieß es zu Beginn des Brustkebsmonats Oktober, in dem es zahlreiche Kampagnen gibt.

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) präsentierte deshalb gemeinsam mit Ärztekammer und Sozialversicherung mit Botschaften bedruckte Straßenbahnen und Busse in den Landeshauptstädten, um so auf die Wichtigkeit von Vorsorgeangeboten hinzuweisen. Auch das Pharmaunternehmen Astra Zeneca möchte mit der Webseite „mamableibgesund.at” Infos zur Verfügung stellen und aufklären – ebenso über familiär bedingten Brustkrebs.

Risikobasiertes Testen

Bei einem familiären Risiko ist laut Experten ein Gentest „überlegenswert”. Denn bis zu 80% der Frauen mit Veränderungen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 erkranken im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs.

Die Ärztekammer und die ÖGK haben außerdem überlegt, zusätzlich zu der empfohlenen Mammografie ab 40 oder 45 Jahren, ein risikobasiertes Screening einzuführen. Das Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA) spricht sich aufgrund fehlender Daten aber noch dagegen aus. Um diese Daten zu bekommen, laufe gerade eine Studie in mehreren europäischen Ländern, wo risikobasiertes Testen mit herkömmlichen Strategien verglichen wird.

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