INDUSTRIAL TECHNOLOGY
© voestalpine

Paul Christian Jezek 02.07.2020

voestalpine Railway Systems baut internationale Marktposition aus

Bemerkenswerte Aktivitäten in Argentinien, China und Frankreich.

LINZ. voestalpine Railway Systems ist globaler Marktführer für komplette Bahninfrastruktursysteme einschließlich Schienen, Weichen und digitaler Signaltechnik. Mit der Akquisition eines Weichenwerks in Frankreich sowie neuen Unternehmensbeteiligungen in China und Argentinien erweitert der Konzern seine internationalen Fertigungskapazitäten in diesem Bereich. Darüber hinaus wurde die erste chinesische Produktionsstätte für Monitoringsysteme von Weichen gegründet. Die zunehmende Urbanisierung, vor allem in Asien, sowie die europäischen Bestrebungen zum Klimaschutz versprechen auch für die kommenden Jahre solide Marktprognosen für den Bahnsektor.

Im Geschäftsjahr 2019/20 erwirtschaftete voestalpine Railway Systems an rund 70 weltweiten Produktions- und Vertriebsstandorten einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. 7.000 Mitarbeiter sind in diesem Segment beschäftigt, 1.500 davon in Österreich. „Auch im derzeit konjunkturell herausfordernden Umfeld zeigt der Bereich Bahninfrastruktur eine stabile Entwicklung“, erklärt CEO Herbert Eibensteiner. „Die jüngsten Unternehmenszukäufe sind ein wichtiger Schritt, um in diesem Markt auch in Zukunft optimal aufgestellt zu sein und in größtmöglicher Nähe zu unseren Kunden zu produzieren. Parallel dazu werden wir weiterhin Innovationen zur Digitalisierung der Bahn konsequent vorantreiben.“

Neues Weichenwerk in Frankreich
Schon bisher lieferte voestalpine Railway Systems Schienen, Weichen und zugehörige Komponenten für das französische Bahnnetz, das mit 30.000 Streckenkilometern als zweitgrößtes in Europa gilt. Mit der Akquisition von SEI.L (Societe d'Equipement Industriel. Lietaert), einem 2012 in der Nähe von Paris gegründeten Weichenwerk, positioniert sich das Unternehmen nun auch als wesentlicher Lieferant für den staatlichen französischen Eisenbahnbetreiber SNCF (Société nationale des chemins de fer français).

„Die französische Bahn wird in den kommenden zehn Jahren umfassend in ihre Infrastruktur investieren“, sagt Franz Kainersdorfer, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division. „Diesen steigenden Weichenbedarf können wir ab sofort als lokaler Produzent bedienen.“ Ausgehend vom neuen Standort ist auch der Ausbau der Geschäftstätigkeit in weiteren von SNCF-Technologie geprägten Märkten wie etwa dem Maghreb geplant.

Expansion im „Reich der Mitte“
In China zählt die voestalpine mit ihrem seit 2007 bestehenden Joint Venture CNTT (Chinese Turnout Technologies) bereits zu den Top-3-Lieferanten für das nationale Hochgeschwindigkeitsnetz, das in den kommenden Jahren von aktuell 30.000 auf 50.000 Kilometer ausgebaut werden soll. Nun gelang mit der Beteiligung an Sanjia Turnouts, einem seit 2004 etablierten Produzenten für Weichensysteme mit rund 150 Mitarbeitern am zentralchinesischen Standort Ruzhou, auch der Einstieg in den boomenden Nahverkehrssektor.

„Die chinesische Regierung plant in Städten mit über einer Million Einwohnern mehr als 100 neue Straßen- und U-Bahnen zu realisieren“, meint Kainersdorfer. „Mit unserem zweiten Joint-Venture haben wir nun noch besseren Zugang zu diesen Projekten.“ Zusätzlich wurde mit der voestalpine SIGNALING China, eine 100-Prozent-Tochter des voestalpine-Konzerns, auch der erste lokale Produktions- und Entwicklungsstandort für digitale Monitoringsysteme gegründet.

Unternehmensbeteiligung in Argentinien
In der Nähe von Buenos Aires beteiligte sich die voestalpine Railway Systems Gruppe zuletzt über ihre spanische Tochtergesellschaft JEZ an einem Weichenmontagewerk.

Das Unternehmen Sistemas Ferroviarios Argentinos SRL soll auf Basis des regionalen Fertigungsanteils und optimierter Vertriebsmöglichkeiten künftig deutlich zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit am argentinischen Markt beitragen. (pj)

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