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© APA/Herbert Neubauer

Am Mittwoch stellte die IG Funkhaus ihre Ideen für den Funkhaus-Kauf vor.

Dinko Fejzuli 18.03.2016

„Kaufen wir das Funkhaus”

Der Verkauf des ORF-Funkhauses wird ernst. Die IG Funkhaus als Mitbieter kämpft für dessen Erhaltung als öffentliches Medien-Kulturareal.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Der ORF hat von insgesamt neuen Anbietern Anbote für den Kauf des ORF-Funkhauses entgegengenommen. Und damit aus dem bisherigen ORF-Funkhaus keine Luxus-Lofts in bester Lage werden, dafür kämpft die IG Funkhaus, eine ständig wachsende Interessens­gemeinschaft aus mehreren Tausend Mitgliedern, darunter eine Vielzahl renommierter Persönlichkeiten aus Kultur, Architektur, Stadtplanung, Wissenschaft und Wirtschaft, die ebenfalls ein verbindliches Kaufangebot abgegeben hat und welches vom ORF auch entgegen genommen wurde.

Allein dieser Umstand, so die Initiatoren, sei ein Zeichen dafür, dass ihr Konzept – im Grunde der Erhalt des Komplexes als ein öffentliches, divers kulturell bespieltes Areal und die Erweiterung des Funkhauses als Kultur-, Medien- und Wohnareal mit innovativen Konzept – für den ORF interessant sei und als Zukunftsoption in Erwägung gezogen werde.

Ziel: „Funkhausviertel”

Das inhaltliche Ziel der Initiative ist die Entstehung eines Funkhausviertels, zentral gelegen zwischen dem neuen Hauptbahnhof und dem Karlsplatz als eine Art Zentrum für Kultur, Bildung und Medien. An vorderster Front für diese Idee kämpfen u.a. Schauspieler Karl Markovics, Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister, Wirtschaftsprüfer Günther Robol, Musiker Willi Resetarits, Schriftstellerin Marlene Streeruwitz, Ex-Politiker Erhard Busek, Schauspielerin Maxi Blaha und als Geschäftsführer fungiert Christoph Robol.

Crowdfund ng für den Kauf

Und wie will man das Geld für den Kauf auftreiben? Hier wurde eine Crowdfunding-Initiative gestartet, und jeder, der Anteile am neuen Areal erwerben will, kann dies quasi unter dem Motto „Kaufen wir alle das Funkhaus” unter der Web-Adresse www-ig-funkhaus.at tun.

Der ORF selbst hat als Verkaufserlös 20 Mio. € für das Funkhaus veranschlagt, wobei es aber beim Verkauf nicht nur auf die Kaufsumme, sondern auch um das Konzept des Käufers gehen wird, wer am Ende tatsächlich den Zuschlag bekommt, worin auch die Hoffnung der IG Funkhaus begründet liegt, mit ihrem Konzept, auch wenn sie nicht Bestbieter sein sollten, das Haus kaufen zu können. Und auch wenn die Sender FM4 und vor allem Ö1 und deren Verbleib im Funkhaus eine ganz wichtige Rolle spielen: ihr Konzept funktioniere auch ohne die beiden Sender und man wäre – wie vom ORF ja bereits angekündigt – auch bei deren Absiedelung auf den ­Küniglberg an einem Kauf des Funkhauses selbstverständlich interessiert. Selbst rechnen sich die Initiatoren gute Chancen für den Zuschlag aus, denn schließlich wolle man hier etwas im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrags und vor allem gemeinsam mit dem ORF tun.

www-ig-funkhaus.at

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