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Redaktion 01.07.2022

Noch weniger Geld für Musiker

Pandemiebedingt fällt die Auszahlungssumme der AKM für 2021 noch geringer aus als im Vorjahr.

••• Von Britta Biron

WIEN. Die finanzielle Situation der meisten österreichischen Musiker war schon vor Corona nicht rosig, mittlerweile kann man schon von der sprichwörtlichen brotlosen Kunst sprechen bzw. werden sich die meisten beim Blick auf die AKM-Abrechnung für 2021 fragen, ob sie sich die Butter auf’s Brot noch leisten können.

Insgesamt kann die AKM heuer 75,3 Mio. € an ihre Bezugsberechtigten auszahlen, das ist ein Minus gegenüber 2021 von 9,2% und um satte 35% weniger als noch im Jahr davor.

Corona-Blues

Die inländischen Lizenzerlöse fielen um 7,6% niedriger als im Vorjahr aus, wobei die Bereiche Live-Aufführungen und mechanische Wiedergabe besonders betroffen waren und aufgrund der Lockdowns sowie diverser Einschränkungen im Veranstaltungssektor um 33,1% bzw. 25,0% einbrachen.

Online-Segment wächst

Die Einnahmen aus den Online-Nutzungen stiegen zwar mit 9,9 Mio. € und übertrafen damit das hohe Vorjahresniveau um 20%, konnten in Verbindung mit den kleinen Zuwächsen der Lizenzeinnahmen aus Fernseh- und Radiosendungen die Verluste in den anderen Bereichen aber nicht kompensieren.

Bei den Auslandserlösen waren aufgrund der zeitlichen Verzögerung der Meldungen durch die Partnerorganisationen die Auswirkungen des ersten Pandemie-Jahrs in vollem Umfang spürbar – hier beträgt das Minus gegenüber der Abrechnung von 2020 23,6%.

Kostensenkung

Da ein weiterer Einnahmenrückgang schon frühzeitig abzusehen war, hat die AKM zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die Aufwände zu reduzieren – mit Erfolg: Die Ausgaben konnten von 13,84 Mio. auf 12,2 Mio. € um zwölf Prozent gesenkt werden. „Dank unserer konsequenten Sparpolitik konnten wir einen attraktiven Spesensatz von 13,72 Prozent erzielen, der im internationalen Umfeld ein sehr guter Wert ist”, erklärt AKM-Generaldirektor Gernot Graninger und betont: „Trotz aller Kostensenkungen haben wir den hohen Servicelevel für unsere Mitglieder aufrechterhalten.”

Erholung ist in Sicht

Für das heurige Jahr rechnet man bei der AKM durch den Wegfall der Pandemiebeschränkungen mit einer deutlichen Verbesserung, allerdings werde man noch weit unter dem Niveau der Vor-Corona-Ära bleiben.

„Die österreichischen Musikschaffenden haben in diesem Jahr wieder eine Perspektive, außer der ORF macht seine Drohung, die Sendeentgelte um 30% zu kürzen, wahr. Das wäre eine neuerliche Katastrophe” fasst AKM Präsident Peter Vieweger die aktuelle Situation zusammen.

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