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Redaktion 31.08.2018

Radiotest: Nun von zwei Instituten durchgeführt

Die GfK ist für die Erhebung und Gewichtung zuständig, und Ankordata erledigt die Auswertung.

WIEN. Einen leichten Rückgang der Radio-Reichweite in Österreich zeigt der Radiotest 2017/2018, der am Donnerstag dieser Woche veröffentlicht wurde.

Die ORF-Radios erreichten eine Gesamt-Tagesreichweite von 59,9% gegenüber 61,9% im Vergleichszeitraum. Den Marktanteil steigerte der ORF von 71 auf 72%. Damit entfallen von der gesamten Radionutzungszeit mehr als zwei Stunden auf die Radioangebote des ORF. Alle inländischen Privatradios zusammen erzielen eine Tagesreichweite von 27,4% (zuvor 28,8%) und einen Marktanteil von 26% (26%).

„Ein schönes Zeugnis”

ORF-Radiodirektorin Monika Eigensperger freut sich über den gestiegenen Marktanteil: „Etwa 20 Jahre nach dem Start einer Vielzahl von Privatradios immer noch Marktanteile dazugewinnen zu können, ist ein schönes Zeugnis für die Arbeit der Programmmacherinnen und Programmmacher der ORF-Radios.” Es zeige sich, „dass die abwechslungsreichere Musik und die neuen Angebote auf Ö3, erarbeitet auf Basis der Wünsche des Publikums, sowie das neue Programmschema auf Österreich 1 und die Vielfältigkeit von FM4 sehr geschätzt werden. Die Inhalte binden das Publikum noch länger an die ORF-Radios.”

Österreich-Sieger Ö3

Reichweitenstärkster Sender montags bis sonntags ist bei der Gesamtzielgruppe ab zehn Jahren österreichweit weiterhin Ö3 mit einer Reichweite von 31,8%. Etwa 2,5 Mio. Personen hören täglich Ö3 – der Sender wird überregional und über die Generationen hinweg stark wahrgenommen. Nahezu jeder dritte Österreicher hört täglich Ö3, insgesamt erreicht der Sender damit täglich immer noch mehr Hörer als alle Privatradios zusammen. Im Segment der 14- bis 49-Jährigen kommt Ö3 auf ein tägliches Publikum von 37,4%.

Nicht nur österreichweit schalten mehr 14- bis 49-jährige Personen Ö3 ein, sondern auch in den Bundesländern gibt man Ö3 den Vorzug gegenüber dem nationalen bzw. jeweils regional stärksten Privatradio.
In der Gesamtbevölkerung erzielt Ö3 einen stabilen Marktanteil von 31%, bei Hörern zwischen 14 und 49 Jahren sind es 39%. Auch die Ö3-Marktanteile sind somit höher als die Marktanteile aller Privatradios zusammen. Der größte bundesweite Privat-Konkurrent KroneHit lag in der Gesamtzielgruppe ab zehn Jahren bei 10,7% Reichweite und acht Prozent Marktanteil.

Ö1-Relaunch zum 50er

Österreich 1 hat sich zu seinem 50. Geburtstag eine sanfte Erneuerung verpasst. Auch diese, so der ORF, wurde gut angenommen. Ö1 steigerte seinen Marktanteil in der Gesamtbevölkerung von 5% auf 7%. Insgesamt erreicht das Informations- und Kulturradio des ORF mit über 660.000 Österreichern eine größere Hörerschaft als im Vergleichszeitraum 2017_2. Die Tagesreichweite steigt auf 8,5%.

Ö1 werde also nicht nur von mehr Personen gehört, sondern zusätzlich auch deutlich länger als im Vergleichszeitraum; der Sender steigerte seinen Marktanteil und seine Reichweite auch bei 14- bis 49-Jährigen und bei Personen ab 35 Jahren.
Das mehrheitlich fremdsprachige Jugend-Kulturradio FM4 hören im Schnitt täglich 260.000 Österreicher. Die Tagesreichweite liegt damit in der Gesamtbevölkerung bei 3,3%, bei den 14- bis 49-Jährigen bei 5,2%. Im jungen Segment 14-49 kann FM4 seinen Marktanteil auf 4% steigern.

Regionalität zieht

Die ORF-Regionalradios erreichen täglich mehr als 2,1 Mio. Hörer. Das Motto laute „Relevanz durch Regionalität”: In jedem einzelnen Bundesland erreicht das jeweilige ORF-Regionalradio mehr Hörer ab 10 Jahren als der stärkste regionale private Mitbewerber. Mit einem Marktanteil von 33% entfällt weiterhin jede dritte in Österreich gehörte Radiominute auf die ORF-Regionalradios. „Der Marktanteil bei Personen ab 35 liegt bei 40% und ist damit exakt doppelt so hoch wie jener aller inländischen Kommerzradios zusammen”, rechnet der ORF vor.

Dominanz in Wien

Die ORF-Radioflotte dominiert auch weiterhin den kompetitiven Wiener Markt: Mit einem Marktanteil von 68% entfallen in Wien von hundert gehörten Radiominuten mehr als zwei Drittel auf die ORF-Radios gesamt, der kumulierte Marktanteil der Privatradios liegt bei 30%. Insgesamt stellen die öffentlich-rechtlichen Programme Ö3, Radio Wien und Österreich 1 mit Abstand die drei stärksten Einzelangebote in Wien dar.

Verspätete Daten

Die Veröffentlichung der aktuellen Daten erfolgte etwas später als üblich. Der Grund: Seit Anfang des Jahres wird der Radiotest von zwei Instituten durchgeführt. GfK ist für die Erhebung und Gewichtung zuständig, Ankordata erledigt die Auswertung. Dies habe einen höheren Koordinationsaufwand ergeben. Außerdem gab es Anpassungen in der Befragung.

2016 waren Manipulationen an den Daten bekannt geworden. Die Systematik der Radiotest-Veröffentlichung war daraufhin schon im Vorjahr umgestellt worden: Statt wie früher Halbjahres-Berichte werden nun zwei mal jährlich die vergangenen vier Quartale abgebildet. Die am Donnerstag publizierten Daten beziehen sich somit auf den Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018. (sb)

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