RETAIL
09.04.2015

Kann Kunststoff wirklich positiv für die Umwelt sein?

Studie Kunststoffverpackungen würden Lebensmittel länger haltbar machen und könnten helfen, das Wegwerfen von Nahrung zu reduzieren

Harald Pilz (denkstatt GmbH) und Christoph Scharff (ARA) präsentieren die Studie zum Thema „Vermeidung von Lebensmittelabfällen durch Verpackung”.

Wien. Kunststoff ist bei umweltbewussten Konsumenten als Verpackungsmaterial verpönt. Eine Studie der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und des Beratungsunternehmens denkstatt will nun zeigen, dass dies zumindest teilweise unbegründet sei: Plastikverpackungen können demnach den „Klimafußabdruck” sogar verringern, wenn Lebensmittel durch sie länger haltbar gemacht werden.

Jährlich landen in Europa rund 100 Mio. t Lebensmittel im Müll. Das hat auch Auswirkungen auf den sogenannten ökologischen Fußabdruck des Einzelnen, denn die Produktion und Distribution sowie das Verwenden von Lebensmitteln (Kühlen und Kochen zum Beispiel) stehen mit 30 Prozent der Treibhausgase in Europa in Verbindung. Ansetzen könnte man auch bei optimierten Verpackungen, so Harald Pilz von denkstatt: „Das typische Image von Verpackungen ist: Eigentlich mag ich sie nicht; allerdings leisteten sie doch einen großen Nutzen.” So können sie beim Transport zum Beispiel Beschädigungen verhindern und Lebensmittel unter anderem vor dem vorzeitigen Verderben schützen. Die Studie zeigt, dass durch eine bessere Verpackung unter anderem bei Käse, Fleisch, Gurken oder Striezeln eine längere Haltbarkeit erzielt werden könne. „Da der Klimafußabdruck der Verpackungen um ein Vielfaches geringer ist als der Umweltaufwand, den Nahrungsmittel in der Produktion verursachen, muss es das Ziel sein, Lebensmittel optimal zu schützen”, betonte Pilz. Zwar könnten sich, wie der Fachmann zugab, die Verpackungsoptimierungen auf den Produktpreis niederschlagen, und: „Fast jede Verpackung ist heutzutage technisch wiederverwertbar.” (red)

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