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© APA/Helmut Fohringer

PrognoseFür 2019 rechnet WKO- Handelssparten-Obmann Peter Buchmüller mit einem geringen Wachstum. Rund ein Drittel der Konsumausgaben entfällt derzeit auf den Handel.

Redaktion 01.02.2019

Konjunkturmotor verliert Drehzahl

Nach dem Ausnahme-Handelsjahr 2017 nimmt die Wachstumsdynamik in 2018 signifikant ab.

WIEN. „Die österreichische Gesamtwirtschaft befindet sich nach wie vor in einer Hochkonjunkturphase, aber der Höhepunkt scheint bereits überschritten”, berichtet Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Er führt aus: „Wir im stationären Einzelhandel greifen dieser Entwicklung vor, denn bei uns normalisiert sich die Konjunktur bereits.”

Konkret liest sich die Monatsparade des Jahres zumindest zum Jahresauftakt 2018 überaus possierlich: Der Jänner brachte ein stabiles Plus, der Februar folgt mit einem leichten Minus, im März wird das Plus wegen vorgezogener Ostern vor allem im Spielwarenhandel nahezu fett, um im Mai ebenso signifikant wieder abzufallen. Der September war dann ein Monat der totalen Handelsflaute – im Vergleich gesprochen und mit dem gleichsam banalen wie durchschlagenden Grund: Das Wetter war für diesen Monat viel zu heiß. Oktober und November konnten den September-Rückschlag wiederum gut kompensieren. Im Weihnachtsgeschäft hernach gab es allerdings bei einem Erlös von 1,3 Mrd. € einen Abschlag von 15 Mio. € im stationären Handel.

Solides Wachstum

Gesamt sind die Umsätze im Gesamtjahr 2018 um nominell ein Prozent auf rund 71,7 Mrd. € (brutto, inkl. Umsatzsteuer) gestiegen. Damit liegt die Wachstumsrate unter dem „Ausnahmejahr 2017”, in dem sich das Umsatzplus auf zwei Prozent belief. 2018 lag somit auf einem ähnlichem Niveau wie zuvor in den Jahren 2015 und 2016.

Wachstumssieger im Branchenschnitt ist der Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf (+5,1%), gefolgt vom Sportartikelhandel und dem Lebensmittelhandel. Der LEH rangiert damit bereits zum vierten Mal in Folge auf dem Stockerlplatz und gilt somit als ein Wachstumstreiber.
In der Prozentperspektive schaut das Jahr 2018 für die Händler so aus: 40% von ihnen verbuchten Umsatzzuwächse, 18% stagnierten und 42% nahmen Umsatzeinbußen in Kauf.

Elektrohandel mit Preisdruck

Die stärksten Rückgänge im Gesamtjahr 2018 gab es im Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computern und Fotoartikeln. Ebenso verzeichnet der Spielzeughandel – trotz eines guten Weihnachtsgeschäfts – ein Minus. Auch im Schuh- und im Bekleidungshandel ist die Entwicklung 2018 rückläufig. „Während der Bau- und Heimwerkerbedarf vom warmen Herbst profitiert hat, ist dieser mitverantwortlich für die Rückgänge im Bereich Mode”, erklärt Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria. (nov)

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