RETAIL
Redaktion 09.10.2020

Wer braucht Erlebnisse?

Der Erlebniseinkauf wird stets gepredigt, selten praktiziert. Das Nicht-Erlebnis hilft weiter dem Onlinehandel.

Die Finstere Brille ••• Von Christian Novacek

BOOMBASTIC. Seit 2009 sind die Umsätze im E-Commmerce angeblich um 170 Prozent gestiegen. Und jene, bei denen sich bis dato bei Begriffen wie Onlinebanking oder E-Commerce die meist grauen Haare aufstellten, haben anlässlich der Coronakrise immer öfter ihre Scheu überwunden. Das ist gut für den Digital Retail und schlecht für den stationären Handel. Letzterer muss mit neuen Herangehensweisen dagegenhalten. Beispiele dafür sind Services im Bereich Reparatur sowie Lieferung und Anschluss von Neugeräten. Alles schön und praktisch, nur halt leider nichts, was der Onlinehandel nicht auch könnte.

Guter Rat könnte mithin teuer werden, denn letztlich stehen wir dort, worauf die Predigt schon lange vor dem Onlineboom lautete: Der stationäre Handel muss ein Einkaufserlebnis bieten. Letztlich sind mit Gastronomie vollgestopfte Einkaufszentren zwar ein nettes, wenn auch derzeit weniger lukratives Nebengleis. Die wahre Entfesselung von Erlebnis muss im Shop stattfinden. Und das passiert nicht, weil keiner weiß, wie es geht. Ware reinstopfen allein bringt's nicht. Markenwelten? Ja eh. Griffiger wären der Indianerüberfall im Spielwarengeschäft und der Elefant im Porzellan­laden. Aber ist halt alles teuer. Und würde die Kunden zutiefst verschrecken!

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