••• Von Martin Rümmele
WIEN. Neue Diskussion über die Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Österreich: Aus einem aktuellen Bericht des Budgetdienstes des heimischen Parlaments geht hervor, dass die öffentlichen Gesundheitsausgaben in Österreich gestiegen sind. In den Jahren zwischen 2015 und 2024 nahmen sie um 60% zu und lagen dann bei 52,1 Mrd. €. Der Anstieg ist damit stärker als jener des nominellen Bruttoinlandsprodukts, das im selben Zeitraum um 44,4% wuchs.
Teure Krankenhäuser
Im Vorjahr kletterten die Gesundheitsausgaben sogar erstmals auf über 60 Mrd. €. Die Zuwächse bei den Gesundheitsausgaben reichten in den zehn Jahren zwischen 2015 und 2024 von 42,9% bei medizinischen Gütern bis zu 143,5% bei der spitalsambulanten Versorgung.
Die rein öffentlichen Ausgaben ohne Privatkosten und ohne Langzeitpflege betrugen 2024
39,5 Mrd. €, was dem Bericht zufolge einem Anteil von 15% an den gesamten Staatsausgaben entspricht. Werden auch die privaten Ausgaben berücksichtigt, betrugen die gesamten Ausgaben ohne Langzeitpflege 2015 noch 32,6 Mrd. € und stiegen bis 2024 wie erwähnt um
60% auf 52,1 Mrd. €.
Demografie als Treiber?
Pro Kopf und unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums stiegen die Gesundheitsausgaben von 3.778 € im Jahr 2015 auf 5682 € im Jahr 2024 an, was einer Steigerung um 50,4% entspricht. Der Anstieg der Gesundheitsausgaben dürfte zu einem guten Teil demografisch bedingt sein, heißt es in dem Bericht noch, dessen Verfasser auch für 2025 einen Anstieg der prognostizieren.
Interessant ist allerdings auch der Anstieg der spitalsambulanten Ausgaben, über die seit Jahren auch die Bundesländer als Träger vieler Spitäler klagen. Sie machen nicht zuletzt die Sozialversicherungen verantwortlich, die für Spitäler einen gedeckelten Fixbeitrag zahlen und umgekehrt den gesamten niedergelassenen Bereich finanzieren. Die Kassen würden bewusst den niedergelassenen Bereich ausdünnen und Patienten in die für sie günstigeren Spitäler treiben. In den Debatten über eine Gesundheitsreform wird deshalb über Verschiebungen der Finanzierungsströme verhandelt.