Angespannte Lage
© Phago/Bernhard Wolf
Aktuell werden täglich 81.000 Packungen von den Herstellern verspätet, in zu geringen Mengen oder gar nicht geliefert.
HEALTH ECONOMY Redaktion 27.10.2026

Angespannte Lage

Mehr als 13 Prozent der Arzneimittel gelten derzeit laut Phago als lieferkritisch. Dazu zählen etwa Antidiabetika.

••• Von Sabine Stehrer

WIEN. Laut Vertriebseinschränkungsregister des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) sind hierzulande derzeit rund 500 Arzneimittel nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Die Zahl sagt dem Verband der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler Phago zufolge aber wenig darüber aus, wie es um die Arzneimittelversorgung bestellt ist.

Das tue vielmehr das Arzneimittel-Radar der Phago. Und dieses Radar zeige an, dass derzeit mehr als 13% der Arzneimittel als lieferkritisch gelten. Das bedeutet, dass sie von den Herstellern verspätet, in zu geringen Mengen oder gar nicht geliefert werden und trifft auf mehr Arzneien zu als noch im Mai dieses Jahres. Waren damals täglich rund 74.000 Packungen von Lieferschwierigkeiten betroffen, sind es aktuell 81.000 Packungen.

28.000 davon enthalten Mittel für den Verdauungstrakt oder den Stoffwechsel wie Antidiabetika, wo seit Längerem bei rund einem Drittel Nachschubprobleme bestehen. In 14.000 Packungen stecken Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch bei Mitteln gegen Augenerkrankungen ist die Versorgungslage angespannt.

Erkältungsmittel verfügbar
Zuversichtlich stimmt Phago im Hinblick auf die schon angelaufene Erkältungs-, Grippe- und Coronasaison, dass sowohl Mittel gegen Halsweh, Husten, Schnupfen und Fieber als auch Antibiotika sehr gut verfügbar sind. Ähnlich erfreulich sei die Entwicklung bei Psychopharmaka. Deren Verfügbarkeit habe sich in den vergangenen Wochen verbessert, heißt es seitens der Vollgroßhändler.

Diese beschreiben noch, was bei Lieferengpässen geschieht: Dann verteile Phago, deren fünf Mitglieder von 23 Standorten aus die heimischen Apotheken beliefern, knappe Bestände bedarfsgerecht auf ganz Österreich. Zusätzlich würden alternative Beschaffungswege geprüft und gegebenenfalls genützt. Bei schwankenden Herstellerlieferungen würden außerdem zwölf Millionen eingelagerte Arzneimittel als Puffer dienen. „Das macht es uns möglich, Lieferproblemen gegenzusteuern beziehungsweise diese abzufedern“, sagt dazu Phago-Generalsekretärin Monika Vögele.

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