Von der Diagnose zur Gesamtsicht
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HEALTH ECONOMY Redaktion 06.11.2026

Von der Diagnose zur Gesamtsicht

Wie strukturierte Daten die Patient Summary verbessern.

Im ärztlichen Alltag besteht die Herausforderung, relevante Vorerkrankungen, Allergien, die aktuelle Medikation und Befunde rasch zu finden, einzuordnen und für die Behandlung zu dokumentieren. Besonders bei Erstkontakten, komplexen Verläufen oder Übergängen zwischen Ordination und Krankenhaus kostet die Informationssuche Zeit. Auch für Patientinnen und Patienten ist es mühsam, wiederholt nach denselben Informationen gefragt zu werden. Hier setzt die Weiterentwicklung von ELGA an: Von der strukturierten Erfassung medizinischer Informationen über die geplante e-Diagnose bis zur künftigen Patient Summary entsteht Schritt für Schritt ein besser nutzbares Gesamtbild.

Der erste Schritt: Informationen strukturiert verfügbar machen
Ärztinnen und Ärzte beschreiben einen medizinischen Begriff in der Fachsprache und wählen die zutreffende Bezeichnung aus passenden Vorschlägen aus. Diese Information wird strukturiert in der lokalen Dokumentation hinterlegt, die Zuordnung für die gesetzliche Übermittlung erfolgt im Hintergrund. Maßgeblich bleiben ärztliche Auswahl und klinische Beurteilung. Für die Ordination bedeutet das: Informationen sind einheitlicher abgelegt, leichter wiederzufinden und künftig auch für unterstützende Anwendungen nutzbar, etwa für Hinweise zu Arzneimittelsicherheit oder einschlägigen Leitlinien.

Der nächste Schritt: e-Diagnose als gemeinsam gepflegte Übersicht
Aus strukturiert dokumentierten Informationen kann mit der geplanten ELGA-Anwendung e-Diagnose eine patientenbezogene Übersicht entstehen. Ziel ist eine aktuelle Übersicht relevanter Gesundheitsprobleme, die von den Behandelnden gemeinsam gepflegt wird – keine Sammlung aller jemals gestellten Diagnosen. Statt die Anamnese bei jedem neuen Kontakt von vorne aufzurollen, steht eine strukturierte Ausgangsbasis zur Verfügung. Bekannte Diagnosen können überprüft, bestätigt, ergänzt oder als nicht mehr relevant gekennzeichnet werden.

Die e-Diagnose ersetzt weder Anamnese noch ärztliche Beurteilung, kann aber beides unterstützen: Weniger Informationssuche bedeutet mehr Zeit für die Behandlung. Gerade bei neuen Patientinnen und Patienten, Vertretungen, Überweisungen oder nach einem Krankenhausaufenthalt erleichtert der Zugriff auf dokumentierte Diagnosen die Orientierung. Auch Angaben zu Allergien, Unverträglichkeiten und Vorerkrankungen müssen nicht jedes Mal neu erhoben werden. Sind sie schon dokumentiert und verfügbar, können sie gezielt auf Aktualität geprüft und ergänzt werden. Das entlastet Behandelnde und Patienten.

Vom Überblick zur Patient Summary

Die e-Diagnose ist ein wesentlicher Baustein für die Patient Summary, die künftige Patientenkurzakte. Sie führt relevante Infos wie Diagnosen, Allergien, Medikation, ausgewählte Befunde und weitere wichtige Angaben kompakt zusammen. Die Patient Summary soll automatisch aus bereits dokumentierten Gesundheitsinformationen entstehen – statt wie ein zusätzlicher Arztbrief händisch zusammengestellt zu werden. Voraussetzung ist, dass die Informationen im Versorgungsalltag strukturiert erfasst und aktuell gehalten werden. So entsteht eine aktuelle Übersicht, ohne zusätzlich manuell gepflegt werden zu müssen. Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet das einen schnelleren Zugang zu wesentlichen Informationen – in der eigenen Ordination und beim Wechsel zwischen Versorgungseinrichtungen. Die Patient Summary ersetzt nicht die vollständige Krankengeschichte, bietet aber rasch Orientierung zu Vorerkrankungen, Allergien, aktueller Medikation und bisherigen Eingriffen. Perspektivisch soll der standardisierte Austausch auch die grenzüberschreitende Behandlung innerhalb der EU unterstützen.

Mit der Patient Summary entsteht aus einzelnen medizinischen Informationen ein strukturiertes Gesamtbild: weniger Suchaufwand, weniger Wiederholungen und mehr Zeit für medizinische Einschätzung und Patientengespräch.

Fragen zur technischen Umsetzung oder Nutzung?
Serviceline für Gesundheitsdiensteanbieter (GDA): 050 124 44 22
E-Mail: [email protected]
[email protected]
www.elga.gv.at

Patient Summary | Nutzen für Ärztinnen und Ärzte
• Schneller orientiert Wesentliche Gesundheitsinformationen auf einen Blick.
• Gezieltere Anamnese Vorhandene Angaben prüfen und aktualisieren statt neu erheben.
• Weniger Informationssuche Relevante Informationen ­kompakt gebündelt.
• Kein Zusatzdokument Patient Summary entsteht aus strukturiert erfassten, aktuell gehaltenen Informationen.

Dr. Stefan Sabutsch,Geschäftsführung ELGA GmbH: „Zentral verfügbare Diagnosen entlasten den Behandlungsalltag und schaffen verlässliche Qualität durch den Review durch die beteiligten Ärzte. Gleichzeitig schafft e-Diagnose eine wesentliche Grundlage für die Patient Summary.“

In der Galerie: Foto Stefan Sabutsch, © Foto Wilke

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