Self-Checkout spaltet die Generationen
© APAHelmut Fohringer
Rainer Will, Handelsverband
RETAIL Redaktion 11.08.2026

Self-Checkout spaltet die Generationen

WIEN. Selbstbedienungskassen sind im österreichischen Handel angekommen, ihre Akzeptanz hängt allerdings stark vom Alter ab. Das zeigt der aktuelle „Consumer Check: So kauft Österreich“ des Handelsverbands in Kooperation mit Thalia. Insgesamt nutzen 47% der Bevölkerung Self-Checkout-Kassen gerne. Bei der Generation Z sind es 82%, bei Millennials 67%. In der Generation X sinkt die Zustimmung auf 39%, bei Babyboomern und Golden Agern auf 20%.

„Self-Checkout ist ein Generationenthema. Je älter die Kunden, desto größer die Skepsis“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Gleichzeitig wünschen sich 76% der Befragten Wahlfreiheit zwischen Self-Checkout und bedienter Kasse. 53% bevorzugen Selbstbedienung für einfache Einkäufe und persönliche Beratung, wenn sie benötigt wird.

Am stärksten etabliert ist Self-Checkout im Lebensmittelhandel: 31% nutzen SB-Kassen dort häufig oder fast immer, weitere 20% zumindest gelegentlich. Dahinter folgen Baumärkte mit 20%, Drogerien mit 18% und der Einrichtungshandel mit 15%. Im Sport- und Modehandel sind es jeweils 14%, im Buchhandel 11% und im Elektrohandel 10%.

„Die Zukunft der Kassa ist nicht entweder oder. Drei Viertel der Kundinnen und Kunden wollen Wahlfreiheit“, sagt Handelsverband-Vizepräsidentin und Thalia Österreich-Geschäftsführerin Andrea Heumann.

Thalia hat die Zahl seiner SB-Kassa-Terminals seit September 2023 von 34 auf 106 erhöht. Ihr Anteil am stationären Umsatz stieg von rund 3 auf 16%. Zu Weihnachten 2025 wurde in den großen Stadt-Buchhandlungen in Wien und Linz bereits mehr als jeder vierte Euro über SB-Kassen umgesetzt. „Bei uns kann man die SB-Kassa nutzen, muss aber nicht“, betont Heumann. Die Mitarbeiter hätten dadurch mehr Zeit für persönliche Beratung.

Deutliche Unterschiede gibt es auch regional. In Großstädten nutzen 42% Self-Checkout im Lebensmittelhandel häufig oder fast immer, in Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern sind es 21%. Im Bundesländervergleich führen Oberösterreich und Salzburg mit jeweils 53%, gefolgt von Tirol und Vorarlberg mit 50% sowie Wien mit 49%.

Als größten Vorteil von SB-Kassen nennen 36% die Zeitersparnis, 25% schätzen das eigene Tempo und 21% den kontaktlosen Ablauf. Gleichzeitig sehen 36% mögliche Arbeitsplatzverluste kritisch, 34% halten die Systeme bei größeren Einkäufen für unpraktisch und 31% vermissen bei Fragen Personal.
Noch deutlich weniger verbreitet ist „Scan & Go“, bei dem Produkte mit dem eigenen Smartphone erfasst und über eine App bezahlt werden. 45% kennen die Möglichkeit, bisher genutzt haben sie 14%. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bereits bei 31%.

Für die Studie befragte Reppublika Research im Juli 2026 im Auftrag von Handelsverband und Thalia 1.009 Personen ab 18 Jahren in Österreich.

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