INDUSTRIAL TECHNOLOGY
RHI Magnesita investiert in „Digital Flagship Plant Radenthein“ © RHI

RHI investiert massiv in die Digitalisierung.

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RHI investiert massiv in die Digitalisierung.

Redaktion 04.06.2020

RHI Magnesita investiert in „Digital Flagship Plant Radenthein“

50 Mio. Euro für weltweit modernstes Werk.

RADENTHEIN. Mit der „Digital Flagship Plant Radenthein“ entsteht das modernste Werk der Feuerfestindustrie rund um den Globus. Insgesamt werden rund 50 Millionen Euro in eine hochmoderne Infrastruktur und allumfassende Digitalisierung investiert. Die gesamte Modernisierung wird bei aufrechtem Betrieb durchgeführt. Die neuen Bauabschnitte werden ab Herbst 2021 in Betrieb genommen.

Um die neuen Technologien und Systeme optimal nutzen zu können, braucht es völlig neuartige Berufsbilder. Das Werk in Radenthein wird deshalb gleichzeitig zum zentralen Ausbildungshub für die Fachkräfte der Zukunft. Ab Herbst 2020 werden hier Lehrlinge aus dem gesamten deutschsprachigen Raum in dem neuen Lehrberuf „Prozesstechnik“ ausgebildet. RHI Magnesita beteiligt sich außerdem am Kärntner Pilotprojekt „Lehre und Studium“.

Selbstständige Reparaturen
Dabei werden die Mitarbeiter von einem Manufacturing Execution System (MES) unterstützt. Bisher gab es einzelne, voneinander getrennte Systeme, die verschiedene Abläufe im Werk unabhängig voneinander gesteuert haben. Mit dem MES kommt ein intelligentes und selbstlernendes Steuerungssystem zum Einsatz, das mit sämtlichen Bereichen des Werkes vernetzt ist, mit diesen kommuniziert und über einen zentralen Kontrollraum gesteuert wird. So ist z.B. in der Lage, selbstständig notwendige Wartungs- und Reparaturarbeiten zu erkennen und die nötigen Prozesse einzuleiten. Das MES ist das erste seiner Art innerhalb der Branche, das Pilotprojekt wird in den kommenden Jahren auf weitere Werke weltweit ausgerollt.

„Dieser Digitalisierungsschub wird die Produktionskapazität des Werks um 50 Prozent steigern. Im Endausbau werden wir in Zukunft deutlich mehr als 100.000 Tonnen Feuerfestmaterial in Radenthein produzieren“, erklärt CEO Stefan Borgas. „Zusätzlich erhöhen wir massiv die Sicherheit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Arbeitsplatz sowie die Qualität unserer Produkte. Wir schaffen und sichern hochqualitative Jobs in der österreichischen Industrie, die auch in Zukunft Bestand haben werden.“

Wirtschaftsmotor der Region
Weitere 24,7 Mio. € fließen in die Errichtung neuer Infrastruktur. Neben einem Wireless LAN-System nach modernen Industrieanforderungen, das sämtliche Maschinen vernetzt, werden neue Robotereinheiten und Steinpressen installiert. Herzstück der neuen Infrastruktur sind ein leistungsstarker Tunnelofen und ein hochspezialisierter Shuttleofen für Sonderanfertigungen. In den Öfen werden bei mehr als 1.800 Grad die feuerfesten Hightechprodukte von RHI Magnesita gebrannt.

Die Digitalisierung des Werks Radenthein gilt als klare strategische Entscheidung für den Standort Österreich. Von hier aus werden die Stahl-, Energie-, Chemie- und Glasindustrien Europas auch in Zukunft zuverlässig mit den Produkten von RHI Magnesita beliefert. „Wir sichern damit die reibungslosen Abläufe in Industrien, die sich nicht zuletzt in der Covid-19-Krise als essenziell erwiesen haben“, so Borgas. (pj)

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