24 Cards für Orientierung beim KI-Einsatz im Marketing
© APA/Martin Hörmandinger
Stefan Tauber, Stephanie Meisl, Roland Grafl und Sabrina Oswald.
MARKETING & MEDIA Redaktion 05.10.2026

24 Cards für Orientierung beim KI-Einsatz im Marketing

Die Österreichische Marketing-Gesellschaft hat gemeinsam mit der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation Wien und Schiefer Rechtsanwälte die „MarTech, Ethics & Compliance Cards“ vorgestellt.

WIEN. Wie können Marketingteams Künstliche Intelligenz nutzen und dabei rechtliche, organisatorische und ethische Anforderungen berücksichtigen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Veranstaltung „MarTech trifft Ethics & Compliance“ am 29. September in Wien. Dabei wurden erstmals die „MarTech, Ethics & Compliance Cards“ präsentiert.

Die 24 Fragen behandeln unter anderem KI-Kennzeichnung, Urheber- und Persönlichkeitsrechte, Tool-Lizenzen, Trainingsdaten, Datenschutz, Bias, Haftung, Freigabeprozesse, AI Act und Dark Patterns. Entwickelt wurden die Cards von der Österreichischen Marketing-Gesellschaft (ÖMG), der rechtliche Check erfolgte durch Schiefer Rechtsanwälte. Das Projekt entstand in Kooperation mit der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation Wien.

KI verändert Arbeitsprozesse
Im anschließenden Expertentalk diskutierten Stephanie Meisl, Stefan Tauber von Schiefer Rechtsanwälte und Roland Grafl von der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation Wien unter der Moderation von ÖMG-Vorständin Sabrina Oswald über den praktischen Einsatz von KI.

Im Mittelpunkt standen unter anderem der Umgang mit Kunden- und Unternehmensdaten, nicht freigegebene KI-Tools, sogenannte Shadow AI, unternehmenseigene Wissensräume sowie Verantwortlichkeiten bei KI-generierten Inhalten. Diskutiert wurde auch, wie AI Act und DSGVO Rollen, Freigaben und Dokumentationsprozesse in Marketingteams und Agenturen verändern.

„Wir müssen weg von der Vorstellung, dass wir uns zwischen Innovation und Verantwortung entscheiden müssen“, sagt Grafl. Entscheidend sei, KI so in Marketingorganisationen zu integrieren, dass ihre Möglichkeiten genutzt werden können und gleichzeitig Verantwortlichkeiten und der Umgang mit Daten geklärt sind.

Hilfestellung für den Arbeitsalltag
Die Cards sind nicht als zusätzliches Regelwerk konzipiert, sondern sollen vor konkreten Entscheidungen Fragen aufwerfen – etwa, ob Rechte geklärt, verwendete Daten zulässig und Fakten geprüft sind oder ein Human Review notwendig ist.

„Es geht daher nicht darum, KI zu bremsen, sondern darum, sie professionell einzusetzen: mit klaren Verantwortlichkeiten, sicheren Daten, geprüften Inhalten und einem Bewusstsein dafür, wo rechtliche Grenzen liegen“, so Tauber.

Die „MarTech, Ethics & Compliance Cards“ sollen ab der kommenden Woche zum Download zur Verfügung stehen. (red)

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