Denk nicht an den rosa Elefanten
MARKETING & MEDIA Redaktion 02.10.2026

Denk nicht an den rosa Elefanten

Kommentar  ••• Von Dinko Fejzuli

DOPPELTE VERNEINUNG. Der ehemalige erfolgreiche ORF-Generalintendant und später noch erfolgreichere Medienmanager bei einem Milliardenunternehmen Gerhard Zeiler will die SPÖ übernehmen.

Gerüchte gab es schon länger, aber spätestens, als er in der ORF-Sendung „Hinter den Schlagzeilen“ auf die Frage, ob er den SPÖ-Vorsitz anstrebe, sagte: „Solange ich nicht gefragt werde, braucht es auch keine Antwort“, war klar, dass er Babler stürzen will. Die Frage war nur, wann und vor allem mit welchen Inhalten er damit an die Öffentlichkeit geht.

Als er es dann tat, waren vermutlich vor allem jene, die auf Zeiler als neuen Hoffnungsträger der SPÖ gesetzt hatten, zumindest etwas verwundert. Von einem Medienprofi wie ihm hätte man sich vermutlich einen anderen ZIB-2-Auftritt, wo er einer großen Öffentlichkeit seine Motive hätte darlegen können, erwartet als das, was er dann dort hinlegte.

Und auch jene, die das Glück hatten, Zeiler schon auf Podien oder auch in kleinerer Runde sprechen gehört zu haben, werden sich gewundert haben. Ich tat es auf jeden Fall, denn statt ein paar weniger, markanter Bulletpoints, die seine Linie knapp aber klar erklären, blieb er unkonkret, weich, nicht allzu kämpferisch und auf jeden Fall weit hinter den Erwartungen, die man in jemanden, der vermutlich Hunderte Interviews in seinem Leben gegeben hat, zurück.

Was vom Interview übrig blieb …
Und spätestens dann, als er bei einer Frage ohne Anlass meinte, er sei kein Marxist, werden auch die letzten PR-Berater und Medientrainer, die zugesehen haben, die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben. Ohne Not antwortet man nicht unaufgefordert in Verneinungen, noch dazu mit so einem Thema. Und so verwundert es wenig, dass am nächsten Tag die Schlagzeile zu seiner Ankündigung, neuer SPÖ-Chef werden zu wollen, lautete: „Zeiler: Ich bin kein Marxist“.

Aber so haben sie zumindest jetzt den rosa ­Elefanten vom Textbeginn vergessen. Immerhin.

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