WIEN. Je mehr Inhalte digital und mit KI erzeugt werden, desto stärker wächst aus Sicht von Markus Wild die Bedeutung realer Begegnungen. Der Gründer von Ideal Live Marketing erzählt im medianet-TV-Format „agency log“ mit Chris Radda über 25 Jahre Agenturgeschichte, die Nachfrage nach Live-Erlebnissen und aktuelle Projekte. „Wir sind angekommen. Die Branche ist angekommen“, sagt Wild über die Entwicklung des Live-Marketings. Seit Mitte der 2010er-Jahre habe sich die Wahrnehmung der Disziplin verändert. Nach dem pandemiebedingten Stillstand sei die Nachfrage nach persönlichen Kontakten stark gestiegen. Einen weiteren Schub schreibt Wild nun der künstlichen Intelligenz zu.
Das Echte gewinnt an Wert
Je leichter sich Content produzieren lasse, desto mehr verliere er an Exklusivität. „Umso mehr gewinnt das Echte und die echte Begegnung an Wert“, ist Wild überzeugt. Bilder und Inhalte könnten künstlich erzeugt werden, das gemeinsame Erlebnis hingegen nicht. „Live war eigentlich immer schon die Währung“, so Wild. Markenrelevanz entstehe durch direkte Interaktion und tatsächliches Erleben.
Diese Haltung präge auch die Arbeit für Kunden. Bei neuen Etats beschäftige sich die Agentur intensiv mit Unternehmen, Mitarbeitern und Marken. „Erst wenn wir in der Marke drinnen sind, können wir damit arbeiten.“ Im Mittelpunkt stehe der Markenkern und die Frage, wie sich dieser live inszenieren lasse.
Internationale Projekte
Zu den aktuellen Projekten zählt der OPEC Fund. Ideal Live Marketing gewann einen international ausgeschriebenen Etat für das World Development Forum und das 50-Jahr-Jubiläum. „Das macht uns sehr stolz, denn der Etat war global ausgeschrieben“, meint Wild. „Das ist ein sehr großer, prestigeträchtiger Etat.“ Die kommenden fünf Jahre soll die Agentur das Development Forum betreuen. „Das gibt uns natürlich auch Sicherheit“, sagt Wild. Beim jüngsten Forum kamen rund 800 Regierungs- und NGO-Vertreter in der Wiener Hofburg zusammen. „Da sind wir dann wirklich dort mit dabei, wo Weltgeschichte gemacht wird“, erklärt er.
KI verstärkt den Live-Trend
KI sieht Wild nicht nur als Werkzeug, sondern auch als Treiber des Live-Geschäfts. „Man kann alles prompten und man kann alles künstlich erstellen, aber die Live-Interaktion nicht“, sagt er. Die wachsende Menge künstlich erzeugbarer Inhalte verstärke aus seiner Sicht das Bedürfnis nach echten Erlebnissen. Dabei sei die Idee wichtiger als die Höhe des Budgets. Entscheidend sei, auf die Relation von Input und Output zu achten. Seine Prognose für die Disziplin fällt entsprechend klar aus: „Die neue Lust am Live ist gekommen, um zu bleiben.“
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