Medienlöwinnen 2026 gehen an Ingrid Thurnher, Eva Sager und das Cosmo-Team für ihren Podcast „Lost Sheroes“
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Ingrid Thurnher, interimistische Generaldirektorin des ORF, wurde mit der Goldenen Medienlöwin 2026 ausgezeichnet.
MARKETING & MEDIA Redaktion 05.11.2026

Medienlöwinnen 2026 gehen an Ingrid Thurnher, Eva Sager und das Cosmo-Team für ihren Podcast „Lost Sheroes“

Die Jury würdigt Lebenswerk, Machtmissbrauch-Recherche und Podcast-Reihe.

WIEN. Die Medienlöwinnen 2026 sind vergeben. Die Goldene Medienlöwin geht an Ingrid Thurnher, die Silberne Medienlöwin an die Journalistin Eva Sager, den Medienlöwen erhält die deutsche Redaktion des WDR-Radiosenders Cosmo (Radio Bremen) für den Podcast „Lost Sheroes – Frauen, die in den Geschichtsbüchern fehlen“. Überreicht wurden die Auszeichnungen am 3. November 2026, dem Vorabend des Österreichischen Journalistinnenkongresses, bei einer Gala im Haus der Industrie.

Mit den Preisen werden jedes Jahr Journalistinnen hervorgehoben, die Vorbilder für den Neuanfang und den Nachwuchs des Journalismus sind.

Goldene Medienlöwin für Ingrid Thurnher
Die Goldene Medienlöwin würdigt eine Journalistin für ihr Lebenswerk, ihre Vorbildrolle in der Branche und ihre Durchsetzungskraft. Ingrid Thurnher, die 2026 als interimistische Generaldirektorin die Führung des ORF übernahm, begann Mitte der Achtzigerjahre beim ORF und ist ihm bis heute treu geblieben, als Moderatorin der „Zeit im Bild“, Talkmasterin bei „Runder Tisch“ und „Im Zentrum“ sowie als ORF-Radiochefin. Die Preisträgerin sagt: „Ich freue mich sehr darüber, aber offenbar ist Krisenmanagement die neue Königsdisziplin im Journalismus geworden.“ Nominiert waren auch Ingrid Brodnig und Barbara Haas. Entschieden haben rund 77 Journalistinnen des Landes per Punktvergabe.

Silberne Medienlöwin für Eva Sager
Eva Sager erhält die Auszeichnung für ihren Beitrag „Wenn ich einen guten Arsch sehe, muss ich draufhauen – Machtmissbrauch in der Medienbranche“ in der Wiener Zeitung. Der Preis, den Agrana unterstützt, geht an einen Beitrag mit Frauenschwerpunkt. Der Artikel behandelt sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch im journalistischen Arbeitsumfeld und beleuchtet die Machtstrukturen dahinter. Die Jury hob die Dramaturgie hervor: Auf persönliche Geschichten folgt eine fundierte Problemanalyse. Sager zählte 2025 zu den Top „30 unter 30“ in Österreich und wurde zur Journalistin des Jahres in der Kategorie „Aufgefallen“ gewählt. Sie sagt: „Ich freue mich sehr und danke allen Frauen, die mir ihre Geschichte erzählt haben. Es gibt noch einiges zu tun!“ Nominiert waren auch Luise Hermann (ARD) und Nele Sophie Karsten (Süddeutsche Zeitung).

Medienlöwe für „Lost Sheroes“
Der Medienlöwe zeichnet ein Team für besonders frauenfreundliche, -unterstützende und -stärkende Berichterstattung aus, unterstützt von den Österreichischen Lotterien. Die Podcast-Reihe „Lost Sheroes“ macht weibliche Vorbilder aus der Geschichte sichtbar und fragt, warum zahlreiche Frauen trotz außergewöhnlicher Leistungen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind. Die Jury lobte die lebendige, zeitgemäße und unterhaltsame Gestaltung. Milena Straube, die die Trophäe für das Team entgegennahm, sagt: „Ich freue mich für das ganze Team, das passt so gut. Wir brennen für das Thema so sehr.“ Nominiert waren auch das Magazin profil und die Plattform „Welt der Frauen“.

Laut Aussendung zeigen die Einreichungen 2026 nicht mehr nur einzelne Fälle von Machtmissbrauch, sondern benennen zunehmend die Machtstrukturen dahinter. Juryvorsitzende Elisabeth Pechmann resümiert: „Leider wird auch heuer wieder deutlich, dass die Richtung definitiv nicht stimmt.“ (red)

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