WIEN. Die Frage „Wie behandeln wir uns?“ war im Oktober auf Bauzäunen, Hauswänden und an Straßenecken zu lesen. Nun lautet sie auf neuen Großplakaten in ganz Wien: „Wie behandeln wir obdachlose Menschen?“ Damit rückt neunerhaus den Zugang zu medizinischer Versorgung für obdach-, wohnungslose und nichtversicherte Menschen in den Fokus und fordert, dass gute Behandlung für alle möglich sein muss.
Seit 20 Jahren bietet neunerhaus medizinische Versorgung für nichtversicherte, obdach- und wohnungslose sowie armutsgefährdete Menschen. Im neunerhaus Gesundheitszentrum werden pro Jahr rund 6.000 Menschen versorgt. Die Verbindung von medizinischer Versorgung und sozialarbeiterischer Unterstützung trägt laut Aussendung dazu bei, dass Menschen ihre Wohnungen behalten und sich auf ihre Gesundheit konzentrieren können.
Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von neunerhaus, sagt: „Das Leben behandelt uns nicht alle gleich. Wer kein sicheres Zuhause hat, lebt nicht nur in ständiger Unsicherheit, sondern ist auch einem deutlich höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Wohnungslosigkeit ist deshalb nicht nur eine soziale Frage – sie ist eine Frage des Zugangs zur Gesundheitsversorgung.“ Menschen in Österreich seien krank und hätten dennoch keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, etwa wegen Obdach- oder Wohnungslosigkeit, fehlender Versicherung, Sprachbarrieren oder Scham, so Hammer. Der Kampagnenslogan frage danach, wie Menschen einander begegnen und wem geholfen werde.
Die Kampagne #gutbehandeln wurde gemeinsam mit der Branding-Agentur 101 entwickelt, die Texte stammen von dieentgegengesetzterichtung, die Fotos von Mafalda Rakoš. Seit Kurzem sind die Sujets mit Patientinnen und Patienten des Gesundheitszentrums auf 8-Bogen-Plakaten in Wien und auf Online-Kanälen zu sehen. Ergänzt wird die Kampagne durch Inserate, Radio- und Kinospots. (red)