GRAZ. Der Steiermärkische Toleranzpreis wird 2026 erstmals vergeben. Die von einer zivilgesellschaftlichen Initiative ins Leben gerufene Auszeichnung würdigt Organisationen und Projekte, die sich für demokratisches Zusammenleben, Menschenwürde und gesellschaftliche Teilhabe einsetzen. Die Preisverleihung findet am 13. November in der Aula der Karl-Franzens-Universität Graz statt.
Eine zwölfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Heidrun Primas hat drei Projekte ausgewählt. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 40.000 Euro vergeben.
Hauptpreis für Gewaltprävention
Der mit 25.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an die ARGE Jugend – Fachstelle für Gewaltprävention für das Projekt „Perspektivenwechsel“. Die Initiative arbeitet seit zehn Jahren mit Grazer Schulen zusammen und entwickelt Programme zur Förderung demokratischer Werte, eines respektvollen Miteinanders und des konstruktiven Umgangs mit Vielfalt.
Dabei werden neben Jugendlichen auch Lehrkräfte und Eltern eingebunden. Mit dem Preisgeld soll das Projekt auf weitere Regionen der Steiermark ausgeweitet werden.
Zwei Förderpreise vergeben
Einen mit 7.500 Euro dotierten Förderpreis erhält die Theaterakademie von LebensGroß in Graz. Die 2023 gegründete Einrichtung verbindet professionelle künstlerische Ausbildung mit Inklusion. Menschen mit psychischen, kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigungen werden unter anderem in Schauspiel, Tanz, Musik und kreativem Schreiben ausgebildet.
Der zweite Förderpreis in gleicher Höhe geht an den Grazer Verein gemma! – GEMEINSAM MACHEN. Seit 2016 organisiert dieser Begegnungsangebote für Menschen mit und ohne Migrationsbiografie. Gemeinsame Aktivitäten in den Bereichen Sport, Kultur, Kochen und Sprache sollen Austausch und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Künftig alle zwei Jahre
„Toleranz zeigt sich nicht in Worten, sondern in der Bereitschaft, einander wirklich zu begegnen“, erklärt Jury-Vorsitzende Heidrun Primas. Die ausgezeichneten Projekte würden Räume für ein respektvolles und demokratisches Zusammenleben schaffen.
Initiator Michael Axmann betont, dass der Preis vor allem konkrete Formen des gesellschaftlichen Miteinanders sichtbar machen soll. Künftig ist die Vergabe im Zweijahresrhythmus mit wechselndem Jury-Vorsitz vorgesehen.
Unterstützt wird die Auszeichnung von der Steiermärkischen Sparkasse, der Grazer Wechselseitigen Versicherung und der Styria Media Group. (red)