Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli
ENDLOSSCHLEIFE. An der Debatte zur Klimakrise können wir seit mittlerweile Jahrzehnten sehen, was sich nun auch in der Medienkrise widerspiegelt. Das Problem ist in Wahrheit allen bewusst, aber aufgrund von Partikularinteressen kann man sich auf keine wirksamen Gegenmaßnahmen einigen.
Bei der Bekämpfung der Klimakrise werden nur die Kosten ins Treffen geführt, während man aber jene des Klimawandels selbst nie in die volkswirtschaftliche Rechnung einbezieht. Dann sähe die Schlussrechnung ganz anders aus.
Denn: Nicht der Klimaschutz verteuert unser Leben, sondern unsere fahrlässige Untätigkeit.
Hier Klimakrise, dort Medienkrise
Nicht weniger erstarrt präsentiert sich die Politik gegenüber der Macht der Big Tech. Es ist seit Jahren bekannt, dass Plattformen wie Meta, TikTok oder Google dem heimischen Qualitätsjournalismus die wirtschaftliche Lebensgrundlage entziehen. Sie greifen Werbemillionen ab, entziehen sich gleichzeitig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und dank ihrer Algorithmen profitieren sie von Hassrede, Desinformation und Agitation. Die Lösung läge auf der Hand: Würde man diese sozialen Medien rechtlich endlich als das behandeln, was sie sind – nämlich eben Medien mit redaktioneller und rechtlicher Verantwortung –, wäre der Spuk rasch vorbei. Und: Echte Steuergerechtigkeit würde zusätzlich endlich faire Wettbewerbsbedingungen schaffen.
Doch wahr ist auch: Die traditionellen Medien sind an der aktuellen Situation nicht ganz schuldlos. Bei vielen Dingen hat das technologische Aufschließen zu lange gedauert und bis heute schaffen es die heimischen, aber auch die europäischen Medien nicht, an einem Strang zu ziehen. Statt gemeinsamer, digitaler Contentinitiativen- und Buchungsplattformen zwingt man User durch ein Dickicht aus Einzellogins und Abos, während gleichzeitig die Politik zu allem Unglück, statt endlich zu gestalten, wie das sprichwörtliche Huhn vor der Schlange verharrt und die Situation weiter verschlimmert.