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WK Wien fordert Wirtschaft als Pflichtfach © WKW

Walter Ruck

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Walter Ruck

Redaktion 03.09.2019

WK Wien fordert Wirtschaft als Pflichtfach

Studie zeigt: Schulabgängern fehlen Kompetenzen und Wirtschaftswissen – Wirtschaft muss Pflichtfach werden – WK Wien fordert Bildungspflicht statt Schulpflicht, mehr Berufsorientierung und eine Reform der 9. Schulstufe.

WIEN. Für rund 17.000 Wiener Kinder wird es kommenden Montag spannend: Sie haben ihren ersten Schultag in einer Wiener Volksschule. Damit treten sie in ein Schulsystem ein, das sie fit für das Leben machen soll, aber derzeit einige gravierende Schwächen hat. Vor allem, was die Vorbereitung für das spätere Berufsleben anbelangt.

Forderung: Pflichtfach Wirtschaft
„Die Themen Wirtschaft und Arbeit begegnen uns laufend im Alltag, werden in der Schule aber viel zu wenig berücksichtigt“, kritisiert Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien. Dass in der Schule zu wenig Wirtschaftskompetenz vermittelt wird, belegt auch eine 2018 präsentierte Studie der Wirtschaftsuniversität Wien. Demnach fehlt den Schülern jegliches Verständnis für grundlegende wirtschaftliche Vorgänge und Zusammenhänge, sie betrachten wirtschaftliches Handeln als staatliche Aufgabe. „Wirtschaft muss daher ab der 5. Schulstufe ein eigenes, verpflichtendes Unterrichtsfach werden“, fordert Ruck. Auch Finanzwissen und die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) müssen im Lehrplan gestärkt werden.

Forderung: Bildungspflicht statt Schulpflicht
Die Schulpflicht einfach abzusitzen, reicht nicht. Schulabgänger müssen die Grundkompetenzen ausreichend beherrschen. Rückmeldungen der Wiener Unternehmer zeigen, dass das derzeit oft nicht der Fall ist. „Den Betrieben ist aber nicht zuzumuten, dass sie nachholen, was in der Schule verpasst wurde“, betont Ruck. Die Wirtschaftskammer Wien fordert seit langem, die derzeitige Schulpflicht durch eine Bildungspflicht zu ersetzen: Schüler sollen das Schulsystem erst verlassen, wenn sie in den Kernfächern (Deutsch, Mathematik, Englisch) Mindeststandards erreicht haben, die gleichzeitig das notwendige Mindest-Bildungsniveau für eine anschließende Lehrausbildung darstellen.

Forderung: 9. Schulstufe reformieren, Berufsorientierung ausbauen
Dringend notwendig ist auch eine Reform der 9. Schulstufe. Insbesondere die polytechnische bzw. die Fachmittelschule, die auf den Berufseinstieg vorbereiten soll, wird von den Schülern derzeit oft als verlorenes Jahr empfunden. Und: Bildungs-und Berufsberatung muss in die Lehrpläne aller Schulen, besonders in der 7. und 8. Schulstufe und am Ende von Allgemeinbildenden und Berufsbildenden Höheren Schulen. (red)

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