WIEN. Mit der Fertigstellung des historischen Wasserturms gewinnt das Wiener Nordbahnviertel einen neuen Treffpunkt im Grätzel. Der markante Backsteinturm wurde 1890 als Speicher für das Kesselwasser der Dampflokomotiven errichtet und zählt heute zu den bedeutenden Zeugnissen der Wiener Eisenbahngeschichte. Als letztes erhaltenes Bauwerk des ehemaligen Nordbahnhofs prägt er das Nordbahnviertel bis heute.
Mit der Eröffnung eines Bäckerei-Cafés erhält das in den vergangenen Monaten behutsam revitalisierte denkmalgeschützte Bauwerk jene Nutzung, die bereits bei der Planung der Revitalisierung vorgesehen war. Der neue Betreiber Pauls Bakery ist für seine französischen Backwaren und seine Vorliebe zu besonderen Standorten – wie etwa im Hundertwasserhaus – bekannt.
Mit viel Fingerspitzengefühl
„Der Wasserturm ist eines der letzten sichtbaren Zeugnisse des historischen Nordbahnhofs und ein prägendes Wahrzeichen des gesamten Quartiers. Umso mehr freut es uns, dass wir dieses denkmalgeschützte Bauwerk erhalten und behutsam für Bewohner und Besucher öffnen konnten. So entsteht in der Freien Mitte ein besonderer Ort mit hoher Aufenthaltsqualität, der Geschichte, Natur und modernes Stadtleben miteinander verbindet. Dem neuen Betreiber wünschen wir einen erfolgreichen Start und viele begeisterte Gäste“, sagt Claudia Brey, Geschäftsführerin ÖBB-Immobilienmanagement GmbH.
Im Zuge der Sanierung wurde die historische Vollziegelfassade gereinigt, Fenster saniert beziehungsweise rekonstruiert und zahlreiche historische Details wieder sichtbar gemacht. Auch ein ehemaliger Bombentreffer aus dem Zweiten Weltkrieg bleibt als erkennbarer Zeitzeuge Teil des Bauwerks. Im Inneren wurde der Wasserturm behutsam adaptiert und um die erforderliche Infrastruktur im neu geschaffenen Kellergeschoß ergänzt. Künftig wird er zum Bindeglied zwischen Stadtwildnis und urbanem Leben. (hk)
Wie lang ist dieses „Fünf vor Zwölf“?
Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli ENDLOSSCHLEIFE. An der Debatte zur Klimakrise können wir seit mittlerweile Jahrzehnten sehen, was sich nun auch in der Medienkrise widerspiegelt.