ST. PÖLTEN. Im Mittelpunkt standen die Investitionsvorhaben des Österreichischen Bundesheeres im Rahmen des Aufbauplans 2032+ sowie die Möglichkeiten für heimische Betriebe, sich an Ausschreibungen und Vergabeverfahren zu beteiligen. Organisiert wurde die Veranstaltungsreihe vom Militärkommando Niederösterreich, der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der Wirtschaftsagentur ecoplus.
Das Bundesheer plant in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen in Infrastruktur, Ausrüstung und Technologie. „Österreichs Wirtschaft ist innovativ und leistungsfähig, es ist uns sehr wichtig, dass bei Beschaffungen und Infrastrukturprojekten möglichst viel Wertschöpfung im eigenen Land bleibt. Gerade deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesheer und der heimischen Wirtschaft von besonderer Bedeutung“, betont Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.
Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sieht darin Chancen für die heimischen Betriebe: „Die Investitionen in Sicherheit und Verteidigung eröffnen unseren Betrieben neue Wachstumschancen. Niederösterreich verfügt über eine starke industrielle Basis, innovative Technologieunternehmen und exzellente Forschungseinrichtungen. Viele dieser Unternehmen bringen genau jene Kompetenzen mit, die in sicherheits- und verteidigungsrelevanten Wertschöpfungsketten zunehmend gefragt sind. Unser Ziel lautet daher: mehr Aufträge, mehr Innovation und mehr Wertschöpfung für Niederösterreich“, informiert Mikl-Leitner.
Bauwirtschaft und Industrie im Fokus
Die Investitionen betreffen unter anderem den Neubau und die Sanierung von Kasernengebäuden sowie Aufträge in Bereichen wie Elektroinstallationen, Heizungs- und Sanitärtechnik. Auch Industriebetriebe können sich mit Kommunikationstechnik, spezialisierten Komponenten und Textilien für die Heeresbekleidung einbringen.
„Als Unternehmer weiß ich: Wer sich um einen Auftrag bewerben will, muss wissen, was gebraucht wird, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind und an wen man sich wenden kann. Genau hier haben wir mit unserer Veranstaltungsreihe angesetzt und unsere Betriebe mit den Verantwortlichen des Bundesheeres zusammengebracht. Die Investitionen eröffnen Chancen für die Bauwirtschaft, das Baunebengewerbe und unsere Industrie. Für unsere Bau- und Baunebengewerbebetriebe geht es etwa um den Neubau und die Sanierung von Kasernengebäuden – von Baumeisterarbeiten über Elektroinstallationen bis zu Heizungs- und Sanitärtechnik. Heimische Industriebetriebe können mit ihrem Können und ihren Produkten viel beitragen – von Kommunikationstechnik und spezialisierten Komponenten bis zu innovativen Textilien für die Heeresbekleidung. Uns ist wichtig, dass auch kleinere Unternehmen zum Zug kommen und möglichst viel Wertschöpfung in unseren Regionen bleibt. Jetzt gilt es, das Wissen zu den Beschaffungen bestmöglich zu nutzen und aus den Möglichkeiten konkrete Aufträge zu machen“, betont Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
Allein für die Infrastruktur des Bundesheeres sollen in den kommenden vier Jahren rund 320 Millionen Euro nach Niederösterreich fließen. Die Veranstaltungen fanden in St. Pölten, Hollabrunn, Waidhofen an der Thaya, Amstetten und Neunkirchen statt. Dabei informierten Vertreter des Bundesheeres über geplante Investitionen und den künftigen Bedarf an den jeweiligen Standorten.
Initiative „Wirtschaft & Sicherheit“
Die Veranstaltungsreihe ist Teil der Initiative „Wirtschaft & Sicherheit“, die im Herbst 2025 vom Land Niederösterreich, der Wirtschaftskammer Niederösterreich, der Industriellenvereinigung Niederösterreich und ecoplus ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, heimische Unternehmen stärker in nationale und internationale Wertschöpfungsketten einzubinden und zusätzliche Aufträge, Innovationen und Beschäftigung zu schaffen.
„Die nächsten Schwerpunkte liegen auf dem Ausbau von Forschungs- und Innovationsprojekten, der intensiven Vernetzung von Unternehmen sowie der weiteren Stärkung Niederösterreichs als Standort für sicherheitsrelevante Technologien“, erklärt ecoplus-Prokurist Claus Zeppelzauer. (red)