Aus für Ardo-Werk: Betriebsrat startete Solidaritätsaufruf
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RETAIL Redaktion 15.10.2026

Aus für Ardo-Werk: Betriebsrat startete Solidaritätsaufruf

Konsumenten sollten sich in sozialen Netzwerken für Standorterhalt aussprechen - Kein Herbstanbau von Tiefkühlspinat im Marchfeld wegen fehlender Vermarktungsmöglichkeit.

GROSS-ENZERSDORF. Nach der für August 2027 angekündigten Schließung des Werks des iglo- und efko-Zulieferers Ardo in Groß-Enzersdorf in Niederösterreich hat der Betriebsrat des Unternehmens einen Solidaritätsaufruf gestartet. Konsumenten wurden aufgerufen, in sozialen Netzwerken Bilder mit Schildern wie "Regional statt international" zu posten. Der Herbstanbau von Tiefkühlspinat für die Frühjahrsernte ist indes im Marchfeld wegen zu wenig Vermarktungsmöglichkeit unterblieben.

Dietmar Breiner, der Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrates von Ardo, warnte in einem auf Youtube publizierten Clip, über den am Dienstag auch die "Kronen Zeitung" online berichtete, vor einem Versorgungsengpass mit heimischem Tiefkühlgemüse: "Weil wir derzeit der einzige Lieferant für alle nennenswerten Ketten in Österreich sind." Nun müsse gemeinsam für die Versorgungssicherheit gekämpft werden. "Denn so erzeugen wir Druck gegenüber Ardo, dass doch noch vielleicht eine Chance besteht, dieses Werk zu erhalten.“

Ardo hatte zuletzt ein Hilfs- und Subventionspaket von Bund und Land abgelehnt und in der Vorwoche betont, den Fokus auf die Ausarbeitung eines Sozialplans legen zu wollen. "Ein konkretes Angebot", das gelegt worden sei, sei "bisher von der Summe her abgewendet" worden mit dem Argument "das geht sich alles nicht aus", sagte Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) und ÖGB Niederösterreich-Vorsitzender, dem ORF Niederösterreich. Es brauche einen Sozialplan, der alle Härten abfedere. Wieser hatte bereits am Montag nach Gesprächen mit Ardo-Beschäftigten einen "rot-weiß-roten Schulterschluss" eingefordert. Im Sinne der Versorgungssicherheit sollte jetzt etwas Neues entstehen.

Spinat-Saatgut wurde im Herbst nicht ausgebracht
Die geplante Ardo-Schließung hat auch bereits unmittelbare Auswirkungen auf die Landwirtschaft im Marchfeld. Der Herbstanbau von Tiefkühlspinat für die Ernte im kommenden Frühjahr wurde nicht durchgeführt. Saatgut sei geordert worden und liege nun bei den Bauern bzw. der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), sagte Karl Auer, Obmann des NÖ Gemüsebauverbandes (NGV), am Dienstag zur APA. Den Aussaattermin vor rund zwei Wochen habe man nach der Schließungsankündigung verstreichen lassen. Zur Ernte gekommen wäre der Spinat im März oder April nächsten Jahres, skizzierte Auer, die entsprechenden Flächen waren bereits beplant. "Grundsätzlich werden die Erträge im Frühjahr dann fehlen", blickte der NGV-Obmann voraus - die Auszahlung an die Bauern erfolgte stets nach Ablieferung.

Das Ardo-Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf produziert etwa für iglo, efko und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar. Von der für Ende August 2027 geplanten Schließung betroffen sind 190 Beschäftigte. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte. Die belgische Gruppe hat 2025 in Niederösterreich eigenen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die ETG, die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe. (APA/red)

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