WIEN. Betrug im Online-Handel wird zum Problem: Laut einer gemeinsamen Erhebung von CRIF und Handelsverband waren bereits 64% der österreichischen Online-Shops von Betrug oder Betrugsversuchen betroffen, 46% verzeichneten gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg. In Deutschland liegt der Anteil betroffener Händler sogar bei 93%. Insgesamt wurden 175 E-Commerce-Unternehmen in beiden Ländern befragt.
Ware verloren, Rechnung offen
„Fast zwei Drittel der befragten heimischen Händler haben das bereits erlebt. Für die Unternehmen geht es um verlorene Ware, unbezahlte Rechnungen und zusätzlichen Aufwand“, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Besonders kleinere Betriebe seien stark belastet.
Deutliche Unterschiede zeigen sich bei einzelnen Betrugsformen. Während in Österreich 17% der Händler von missbräuchlicher Übernahme fremder Kundenkonten berichten, sind es in Deutschland bereits 56%. Identitätsbetrug betrifft dort 75% der Befragten. In Österreich zählen zudem Streitfälle rund um den Warenerhalt sowie manipulierte Namens- und Adressdaten zu den häufigsten Problemen.
Erhebliche Betrugsschäden
Die finanziellen Folgen sind erheblich: Zehn Prozent der österreichischen Händler beziffern ihre jährlichen Betrugsschäden auf 50.000 bis 100.000 €. „Die Entwicklungen in Deutschland können als wichtiger Frühindikator für den österreichischen Markt dienen“, betont Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich. KI, synthetische Identitäten und automatisierte Angriffe erschweren die Betrugserkennung.
Bereits 50% der heimischen Online-Händler setzen Schutzmaßnahmen ein. Entscheidend sei laut Will, Betrüger wirksam zu stoppen, ohne ehrlichen Kunden den Einkauf zu erschweren. Kleinere Webshops benötigten dafür leistbare Lösungen. (red)
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