Bipa-Studie: Schwangerschaft zwischen Idealbild und Realität
© Getty Images Kniel Synnatzschke
RETAIL Redaktion 24.09.2026

Bipa-Studie: Schwangerschaft zwischen Idealbild und Realität

WIEN. Schwangerschaft und Mutterschaft werden häufig idealisiert. Eine aktuelle Bipa-Studie zeigt jedoch, dass viele Österreicher Druck und Unsicherheit erleben. 76 Prozent der Befragten sehen (werdende) Mütter durch unrealistische Darstellungen in sozialen Medien unter Druck, 82 Prozent beobachten ungefragte Ratschläge an Schwangere. 78 Prozent finden, dass über psychische Belastungen während der Schwangerschaft zu wenig gesprochen wird.

Margit Reisinger, Geschäftsführerin von Bipa, erklärt: „Schwangerschaft und Elternschaft gehören für viele Menschen zu den prägendsten Lebensphasen – während die positiven Momente viel Raum bekommen, wird über Herausforderungen oft geschwiegen. Gerade Frauen erleben enorme Veränderungen, körperlich, emotional und in ihrem Alltag. Genau da möchten wir bei Bipa ansetzen: Wir begleiten unsere Kundinnen und Kunden durch ganz unterschiedliche Lebensphasen, und das bedeutet für uns, mehr als nur Produkte anzubieten. Wir hören zu, greifen Fragen auf und sprechen Themen an, die im gesellschaftlichen Diskurs oft noch zu wenig Platz finden.“

Viele Themen bleiben unausgesprochen
60 Prozent der befragten Frauen und 51 Prozent der Männer geben an, nicht offen über Erschöpfung und Überforderung während und nach der Schwangerschaft sprechen zu können. Auch Wochenbettdepression und Zweifel an der Mutterrolle sind für jeweils 39 Prozent der Frauen Tabuthemen.

Gleichzeitig wünschen sich 57 Prozent der (werdenden) Eltern mehr verlässliche Informationen zu Schwangerschaft und Stillzeit. 73 Prozent fühlen sich grundsätzlich gut informiert, stoßen aber häufig auf widersprüchliche Angaben. Gynäkologen und Hebammen sind dabei die wichtigsten Informationsquellen.
Unterstützung bei Arbeit und Familie

45 Prozent der Frauen, die aktuell oder in den vergangenen fünf Jahren schwanger waren, nahmen während der Schwangerschaft vorsorglich Nahrungsergänzungsmittel ein, ohne ihren tatsächlichen Bedarf zu kennen. 47 Prozent empfinden die Kosten dafür als Belastung.

Auch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehen die Befragten Handlungsbedarf: 86 Prozent befürworten zumindest eine verpflichtende Unterstützungsmaßnahme durch Arbeitgeber. Genannt werden unter anderem flexible Arbeitszeiten, zusätzliche Freistellungen für Vorsorgeuntersuchungen sowie Still- und Ruheräume.

Die Studie wurde im Mai 2026 von Marketagent unter 1.579 Personen im Alter von 16 bis 75 Jahren durchgeführt. (red)

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